Sebastian Schneider hofft auf das Halbfinale

Was wir bereits wissen
Der Hagener Handball-Spieler Sebastian Schneider, seit November wieder aktiv bei seinem Heimatverein Eintracht Hagen, schätzt vor dem WM-Start gegen Polen die Chancen der deutschen Mannschaft ein. Er hofft, dass das Team seines ehemaligen Trainers Dagur Sigurdsson weit im Turnier kommt.

Hagen..  Heute Nachmittag um fünf spielt Sebastian Schneider aller Voraussicht nach – Handball. Was nicht wirklich verwunderlich ist. „Wir haben Training“, erzählt der Spieler von Drittligist Eintracht Hagen, „aber mal sehen, was wir machen können.“

Machen können - um doch noch etwas vom ersten deutschen Spiel bei der gestern in Doha begonnenen Handball-Weltmeisterschaft zu sehen. Heute um 17 Uhr geht es für die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gegen Polen, für Schneider „einer der Favoriten“ im Turnier. „Da ist schon das erste Spiel kein Geplänkel“, sagt der ehemalige Bundesligaspieler. Gegen Polen verlor man in der Relegation, erst eine Wildcard brachte die Deutschen nach Katar.

Der deutschen Mannschaft traut der gebürtige Hagener, der seit November wieder in seiner Heimatstadt spielt, viel zu. „Alles ist offen“, meint der 29-Jährige, festlegen, wie die Mannschaft um Kapitän Uwe Gensheimer abschneiden wird, möchte er sich zunächst nicht. Weil er genau weiß, dass bei diesem globalen Kräftemessen viel mehr zählt als Trainingsstand und Fitness. „Da hängt viel auch an der Tagesform“, sagt Schneider, erfahren auf nationalem und internationalem Parkett mit Spielen in der Champions League und im Europapokal. Und dann wagt er doch eine genauere Prognose: „Sie könnten es bis ins Halbfinale schaffen....“, wünscht er den Spielern.

Sigurdsson - ein Handballfuchs

Die kennt er fast alle, hat mit ihnen zusammen gespielt: Silvio Heinvetter, Steffen Weinhold, Martin Strobel, Kapitän Uwe Gensheimer, um nur einige aus dem 18-köpfigen Kader zu nennen. Auch und gerade der Trainer ist ihm kein Unbekannter. „Ich kenne ihn aus meiner Zeit bei den Füchsen Berlin.“ Und gerät ins Schwärmen über diesen isländischen Handballfuchs, der gar nichts dem Zufall überlasse. 2009 wechselte Schneider aus Flensburg in die Hauptstadt. „Wenn es nicht um Handball geht, ist er ein netter, ruhiger Typ“, erinnert er sich an gemeinsame Zeiten mit dem Isländer. Im Bezug auf den Handball aber sei er „ein harter Arbeiter. Er hat die Videoanalyse perfektioniert“, sagt Schneider.

Und so wird die deutsche Mannschaft heute top vorbereitet in das erste WM-Spiel gehen. „Dagur wird keine Experimente machen“, ahnt Schneider. „Sie müssen heute gut reinkommen ins Turnier.“ Dass sie das tun, davon ist er überzeugt. „Die Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt. Viele WM-Spieler stehen hier unter Vertrag. Da kennt man sich.“

Alle zwei Tage ein Spiel

Weiter geht es im Zwei-Tage-Rhythmus. Es folgen die Partien gegen Russland, Dänemark („einer der Favoriten“), Argentinien, Saudi-Arabien. Spätestens dann steht hoffentlich der Einzug ins Achtelfinale fest.

Verfolgen wird Sebastian Schneider, selber einmal in die nationale Auswahl berufen, die Spiele auf alle Fälle, auch wenn er, wie er zugibt, am Anfang mehr Interesse an den anderen Nationen hat. „Sobald wir aber in der K.o.-Runde sind, fiebere ich richtig mit.“ Bis dahin hält er sich via Live-Ticker am Handy oder Intenet-Berichte auf dem Laufenden. Denn die Spiele werden nicht im frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlt, dafür beim Bezahlsender Sky.

Die Abläufe vor einem so bedeutenden Spiel kann sich Sebastian Schneider gut vorstellen. „Handballer sind sehr abergläubisch. Jeder hat sein Ritual vor einem Spiel.“ Und so ahnt Schneider wie es heute zugeht in der Kabine der Deutschen. Ist in Gedanken dabei - und muss dann selber trainieren.