Schulleiter verbieten Mädchen Hotpants zu tragen

Sieht sehr hübsch aus, wäre aber in der Schule wohl nicht das rechte Outfit.
Sieht sehr hübsch aus, wäre aber in der Schule wohl nicht das rechte Outfit.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Hotpants sind der Sommerhit, aber an einigen Schulen nicht gerne gesehen. Es gibt bereits mahnende Briefe, dass junge Damen bitte in angemessener Kleidung im Unterricht erscheinen mögen. Eine Bestandsaufnahme, wie Schulen in der Region mit dem heiklen Thema umgehen.

Hagen.. Kurzen Prozess macht man in Stuttgart mit Schülern, deren Hosen zu knapp sind: Wer am Heidehof-Gymnasium zu leicht bekleidet erscheint, der wird ermahnt. Und wer darauf nicht hört, muss sich in ein schwarzes T-Shirt Größe XXL hüllen.

Hotpants sind in diesem Jahr in Mode und sorgen, kaum dass der Sommer kurz vorbei schaut, an manchen Schulen für heiße Diskussionen. So hat in Krefeld ein Schulleiter ein Rundschreiben verfasst und die Eltern darin gebeten, ihre Kinder nur in angemessener Kleidung zum Unterricht zu schicken.

Schüler kontrollieren einander

Weil aber in diesem Jahr der Sommer noch kürzer ausgefallen ist, als es die Hosen sind, hat Jutta Meyer, Schulleiterin am Hagener Fichte-Gymnasium, bisher keinen Anlass gesehen, den Jugendlichen eine Lektion in Sachen Stil zu geben. „Das regeln die Schüler meist ohnehin untereinander“, so Jutta Meyer und fügt hinzu: „Die Jugendlichen sind heutzutage fast den ganzen Tag in der Schule. Sie ziehen also das an, worin sie sich wohlfühlen - und womit sie von den anderen akzeptiert werden.“

Eine Kleiderordnung gibt es an den meisten südwestfälischen Schulen deshalb nicht, auch wenn die Schulkonferenz eine solche beschließen könnte. Doch das sei in den vergangenen Jahren kein Thema gewesen, heißt es bei der Bezirksregierung in Arnsberg.

Lehrer gehen mit gutem Beispiel voran

Und dennoch: „Wir haben einen Blick darauf, dass das Lernen im Mittelpunkt steht und andere Schüler nicht abgelenkt werden“, so Schulleiterin Jutta Meyer. Und falls Schülerinnen doch einmal zu aufreizend herumliefen, dann sprächen die Lehrerinnen sie freundlich darauf an, so Gerlis Görg. Schließlich müsste man die Mädchen und Jungen darauf vorbereiten, dass sie später auch nicht allzu leicht bekleidet auftreten sollten, wenn sie es im Beruf zu etwas bringen wollten. Bisher jedoch habe sich das Problem gar nicht gestellt, so die Leiterin des St.-Franziskus-Gymnasiums in Olpe.

Vielleicht, weil die Lehrer in Südwestfalen vielerorts mit gutem Beispiel vorangehen. „Bisher musste ich noch keinem Kollegen sagen, dass er morgens zum Unterricht mit einer langen Hose erscheinen sollte“, so Heinz-Jürgen Plugge, Leiter des Gymnasiums der Benediktiner in Meschede. Nachmittags bei Konferenzen, wenn die Lehrer unter sich sind, sei dies etwas anderes, fügt er hinzu.

Vor allem die angehenden, jungen Lehrer, Praktikanten wie auch Referendare, weist Jutta Meyer zum Start darauf hin, dass sie sich durch die Kleider von ihren Schülern absetzen sollten, um in ihrer Lehrerrolle ernst genommen zu werden.

Tiefe Tops und sehr hohe Hosensäume aber ärgern die Hagener Schulleiterin ohnehin viel weniger als ein „zu martialisches Auftreten“ von Schülern, also zum Beispiel T-Shirts mit „politisch nicht mehr tragbaren Aufdrucken“. Dass sie Jugendliche deshalb ansprechen müsse, komme aber höchstens einmal in zehn Jahren vor.

Nach Hause schicken, um dort den Sommer zu genießen, würde sie wegen umpassender Kleidung ohnehin keinen Schüler. „Den Gefallen“, sagt sie und lacht, „tu ich niemandem.“