SC Paderborn gibt sich kämpferisch und hofft auf Schalke

Torwart Lukas Kruse (links) und Daniel Brückner nach dem Schlusspfiff.
Torwart Lukas Kruse (links) und Daniel Brückner nach dem Schlusspfiff.
Foto: imago/Horstmüller
Was wir bereits wissen
Nach der unglücklichen 0:1-Pleite beim FC Schalke 04 schlichen die Fußballer des SC Paderborn enttäuscht vom Platz. Doch wenig später kündigten sie an: „Wir geben erst auf, wenn es zu Ende ist.“ Auf den SCP wartet das Abstiegs-Finale gegen Stuttgart.

Gelsenkirchen..  Eine Nacht, ein paar Stunden mit wenig Schlaf und vielen Gedanken benötigte Uwe Hünemeier schon. Unmittelbar nach der 0:1-Niederlage des SC Paderborn beim FC Schalke 04, die ausgerechnet er - der Kapitän, der Antreiber, der nie Aufgebende im Kampf gegen den Abstieg - mit seinem Kopfball-Eigentor in der 88. Minute besiegelt hatte, war Hünemeier wortlos aus der Veltins-Arena geflüchtet. Sonntagnachmittag aber meldete sich der 29-Jährige via Facebook: „Fußball ist und bleibt mein Leben, auch wenn er gestern in einer brutalen Art und Weise zugeschlagen hat“, erklärte Hünemeier und beendete seinen Post kämpferisch: „Wir haben immer noch eine Chance und deswegen ist an Aufgeben überhaupt nicht zu denken.“

Diese Chance - sind die Relegationsspiele als Tabellen-16. gegen den Dritten der 2. Bundesliga am 28. Mai und 1. Juni. Gewinnen die Ostwestfalen das Saison-Finale in der heimischen Benteler-Arena gegen den VfB Stuttgart und siegt der Hamburger SV nicht gegen Schalke 04, geht Paderborns Kampf gegen den Abstieg in die Verlängerung. „Wir geben erst auf, wenn es zu Ende ist“, sagte Martin Hornberger, Vizepräsident des SCP, unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Für etwas Magengrummeln bei ihm sorgte aber der Auftritt der Königsblauen. „Ich traue uns zu, Stuttgart zu schlagen“, erklärte Hornberger, „aber Schalke... vielleicht strengen sie sich etwas mehr an, als sie das heute gemacht haben.“

SCP-Manager Michael Born hoffte ebenso auf „eine andere Einstellung“ der Schalker in Hamburg, gleichwohl attestierte er seiner Elf zurecht eine der besten Leistungen in dieser Saison besonders in der ersten Halbzeit. „Wir hatten es selbst in der Hand, aber wir haben versäumt Tore zu schießen“, sagte Paderborns Verteidiger Christian Strohdiek, „das ist der Vorwurf, den wir uns gefallen lassen müssen.“

Der warme Applaus der gesamten Arena beim Gang vom Rasen war ein wenig Balsam auf die geschundene Paderborner Seele. SCP-Trainer Andre Breitenreiter zog daraus zusätzliche Kraft für das bevorstehende dramatische Saison-Finale. „Wir stehen wieder auf und werden alles dafür tun, gegen Stuttgart zu gewinnen“, sagte er, „aber es wird Tage dauern, die Köpfe wieder frei zu bekommen.“ In manchen Fällen offenbar nur eine Nacht.