Sauerländer Gastgewerbe zum Start der Wintersaison im Aufwind

Skifahren in Winterberg.
Skifahren in Winterberg.
Foto: Funke Foto Services/Marc Albers

Arnsberg/Siegen.. Die Tourismuswirtschaft im Sauerland ist im Aufwind: Nach guten Geschäften im Sommer blicken Hotellerie und Gastronomie optimistisch der bevorstehenden Wintersaison entgegen, planen Investitionen und wollen teils neue Mitarbeiter einstellen. Das geht aus einer Branchen-Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Arnsberg hervor.

88 Prozent der befragten Betriebe zwischen Hellweg und Hochsauerland rechnen für die Zukunft mit besseren oder wenigstens gleich bleibenden Geschäften, berichtet die IHK. Die Zuversicht stützt sich einstweilen auf Erfahrungswerte und die gute wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe. „Die Verbraucher sind - Gott sei dank - noch nicht so weit, dass sie ihren Urlaub einsparen“, sagt Werner von Buchwald, Tourismus-Experte der Kammer.

Belastbare Buchungszahlen für den Winter gibt es - außer für die Feiertage - indes noch nicht. „Für Weihnachten und Neujahr sieht’s gut aus im Sauerland“, berichtet Claus Altendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga in Westfalen. Ansonsten werde leider immer kurzfristiger gebucht, in der Regel erst zwei, drei Wochen vorher. „Das Geschäft ist sehr schnelllebig geworden.“ Nicht zuletzt deshalb entscheiden gerade in den südwestfälischen Skigebieten auch die Unwägbarkeiten des Wetters über das Wohl und Wehe der Branche.

Der Optimismus der Hoteliers und Gastronomen stützt sich allerdings auch auf ein gewachsenes Vertrauen in die Attraktivität des eigenen Angebotes: „Die Kollegen haben viel investiert - gerade in den Skigebieten“, weiß Dietmar Wosberg, Westfalens Dehoga-Präsident und Arnsberger Gastronom. Mit der Mehrwertsteuersenkung sei Geld frei geworden, das vielfach in die Modernisierung der Zimmer geflossen sei - auch in kleineren Häusern. Und, so Wosberg: „Die, die was getan haben, die ihren Laden auf Vordermann gebracht haben, die sind auch gut im Geschäft.“

Die saisonabhängigen Betriebe können zudem auf die weiterentwickelte Wintersport-Infrastruktur im Hochsauerland setzen. Neben vernetzten Liftanlagen und gemeinsamen Skipässen gewährten neue Beschneiungsanlagen mittlerweile „eine Schneesicherheit, die man früher so nicht hatte“, so von Buchwald. Größere Hotels mit eigenen Wellnessbereichen sind laut Wosberg zudem nicht so abhängig vom Schnee: „Häuser wie Deimann oder Schütte, die laufen das ganze Jahr.“

Auch die gut verlaufene Sommersaison sorgt nach Angaben der Arnsberger Kammer für positive Stimmung im regionalen Gastgewerbe. „Die Zahlen sind gut - trotz des eher durchwachsenen Wetters“, berichtet von Buchwald. 172 Betriebe haben sich an der Umfrage beteiligt, und mehr als 85 Prozent davon melden gute oder befriedigende Geschäfte. Jeder zweite Gastronom verzeichnet steigende Umsätze; nur ein Fünftel beklagt Einbußen. Dabei kletterten die Erlöse im Sommer sowohl mit Touristen als auch im zuvor lange schwächelnden Geschäftsreisen-Segment, wie von Buchwald weiter berichtet. Vor diesem Hintergrund wollen der Umfrage zufolge 15 Prozent der Beherbergungsbetriebe und mehr als ein Fünftel der Gastwirte ihren Personalbestand aufstocken. 85 Prozent aller Befragten planen zudem Investitionen, schwerpunktmäßig in Modernisierungen.

Auf eine gute Sommersaison blickt auch das Gastgewerbe in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein zurück. Nach einer Branchen-Umfrage berichtet die IHK Siegen von steigenden Übernachtungszahlen sowie Umsatzzuwächsen bei mehr als der Hälfte der Hoteliers und fast jedem zweiten Gastronomen. Trotz verbesserter Geschäfte blicken die Befragten aber skeptischer in die Zukunft als ihre Kollegen im Sauerland. Sorgen über die Folgen der Schuldenkrise trüben der IHK Siegen zufolge das Konjunkturklima im regionalen Gastgewerbe.

„Das Sauerland ist zufriedener als das Siegerland“, weiß auch Dehoga-Präsident Wosberg. Und der Arnsberger Kammer-Experte von Buchwald verweist auf das erfolgreiche touristische Regionalmarketing und nennt beispielhaft „Wintersport-Arena“, Rothaarsteig und Ruhrtalradweg („ein absoluter Renner“): „Das Sauerland hat es geschafft, mit guten Konzepten selbst in schlechteren Jahren zumindest die Übernachtungszahlen zu halten.“