Sabrina Mockenhaupt denkt nach Comeback an die DM

Sabrina Mockenhaupt präsentiert ihre Siegermedaille in Metzingen.
Sabrina Mockenhaupt präsentiert ihre Siegermedaille in Metzingen.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Knapp acht Wochen mühte sich Sabrina Mockenhaupt nach einer Operation am Sprunggelenk durch die Reha. Nun feierte sie ein starkes Comeback. Die Siegerländerin denkt sogar über einen Start bei der Leichtathletik-DM in zwei Wochen nach.

Metzingen/Siegen..  Sabrina Mockenhaupt kann sich in diesem Augenblick nichts Schöneres vorstellen. „Es ist schon heiß hier“, sagt sie am späten Sonntagnachmittag, „so 34 Grad. Aber wir sind auf dem Weg zum Baggersee.“ Die in Aussicht stehende Abkühlung ist das i-Tüpfelchen, das Tüpfelchen auf einen Tag, dem Mockenhaupt nervös entgegen geblickt hatte. Sie, Deutschlands beste und erfahrenste Langstreckenläuferin, streitet das gar nicht ab.

Die Strecke über zehn Kilometer beim Ermstal-Marathon besitzt keinen weltmeisterlichen Glanz und strahlt auch nicht olympisch. Für Sabrina Mockenhaupt bedeutet der Start in Metzingen jedoch fast mehr als all das zusammen. Nach einer knapp achtwöchigen Verletzungspause kehrt die 34-jährige Siegerländerin in Baden-Württemberg zurück in das Wettkampfgeschehen. Und wie: In 34:59 Minuten gewinnt sie den Lauf nicht nur, sondern pulverisiert den Streckenrekord von bis dato 37:09 Minuten.

„Irgendwann musst du ja wieder anfangen“, sagt „Mocki“ im Gespräch mit dieser Zeitung, „aber mit so einer Zeit habe ich nicht gerechnet.“ Eine 36 oder eine 37 vor dem Komma, natürlich, davon war die zigfache deutsche Meisterin im Vorfeld schon ausgegangen. Aber 34:59? Diese Ziffernfolge lässt ihr Grinsen noch ein bisschen breiter werden. Zumal das Ende Mai operierte Sprunggelenk nicht schmerzt.

Der Auftritt in Metzingen ist für Sabrina Mockenhaupt nicht nur ein gelungenes Comeback, er ist eine nachträgliche Bestätigung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Für die Operation, gegen ein weiteres Durchwurschteln mit immer wieder zurückkehrenden Schmerzen. „Das war die erste Operation in meinem Leben“, erzählt der Lauf-Star rückblickend - und zwischen den Worten klingt immer noch durch, wie nachdenklich dieser Termin das sympathische Plappermaul gemacht hatte. Vergangenheit. Bereits im Verlauf der Rehabilitation kehrte „Mockis“ positive Sicht auf die Dinge zurück. „Ich habe schon Gas gegeben“, sagt sie über die Wochen in der Höhenkammer, auf dem Fahrrad und dem Crosstrainer. „Aber vor einer Woche war ich mir noch unsicher, ob der Start beim Ermstal-Marathon klappt.“

Er klappte perfekt.

Nach Nürnberg: Marathon

Und deshalb setzt sich das Energiebündel schnell neue Ziele. „Ich überlege, ob ich bei der DM in zwei Wochen über 5000 Meter an den Start gehe“, verrät sie. Ein Bahnlauf, um die Form zu überprüfen. Nach den Titelkämpfen in Nürnberg will die Siegerländerin die Vorbereitung auf ihren nächsten Marathon-Start aufnehmen. Schließlich schwebt über allem ein Ziel: die Teilnahme am olympischen Rennen über 42,195 Kilometer in Rio de Janeiro. Für August 2016 kann sich „Mocki“ nichts Schöneres vorstellen.