Rio 2016 ist das Fernziel von Stefan Windscheif aus Iserlohn

Stefan Windscheif während der WM in den Niederlanden.
Stefan Windscheif während der WM in den Niederlanden.
Foto: Getty Images for FIVB
Stefan Windscheif schlägt derzeit bei der World Tour der Beach-Volleyballer in Gstaad auf. Das Fernziel des Iserlohners sind aber die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Im Gegensatz zu 2012 könnte es diesmal klappen.

Gstaad/Iserlohn..  Natürlich erinnert sich Stefan Windscheif an diesen Abend im August vor drei Jahren. Wie die Fernsehkameras die einzigartige Kulisse rund um das Stadion auf dem Paradeplatz der Horse Guards in London einfingen, mit dem berühmten Riesenrad London Eye in Sichtweite sowie Buckingham Palace und Big Ben in unmittelbarer Nachbarschaft. Wie sich Julius Brink und Jonas Reckermann irgendwann eng umschlungen im Sand wälzten. Weil sie gegen zwei Brasilianer Gold gewonnen hatten - das erste olympische Gold eines deutschen Duos im Beachvolleyball.

„Das war schon cool“, sagt Stefan Windscheif.

Enttäuschende WM

Obwohl: Das Ambiente, welches jenes Stadion umgibt, in dem der Iserlohner derzeit durch die Luft und in den Sand fliegt, muss einen Vergleich mit Horse Guards Parade kaum scheuen. Wolkenlos ist der Himmel über Gstaad, dem kleinen Nobel-Ski-Ort in den Schweizer Alpen. Die Sonne scheint, erwärmt die Luft auf knapp 30 Grad und im Hintergrund thronen majestätisch die Berggipfel.

„Im vergangenen Jahr hatten wir hier acht Grad und Regen“, erzählt Windscheif, „das war übel.“ Diesmal stimmen Vorstellung und Realität überein. Das Profi-Leben der Beach-Boys findet zwar nicht nur an den schönsten Stränden dieser Welt statt, aber selbst in Innenstädten oder Dorfzentren kreieren die Organisatoren hippe Events rund um die Turniere und sorgen für coole Kulissen.

Wie vor drei Jahren. In London. Auf dem Paradeplatz.

Bereits damals zählte der heute 27-jährige Sauerländer zu den besten Beachvolleyballern Deutschlands. Mit seinem damaligen Partner Sebastian Dollinger bildete Stefan Wind-scheif 2012 das viertbeste nationale Duo - die Olympischen Spiele verpassten sie aber, weil lediglich die Nummer eins und zwei eines Landes teilnehmen dürfen.

„Momentan wären wir dabei“, sagt Stefan Windscheif und lacht. Rio de Janeiro/Brasilien im August 2016, das olympische Beachvolleyball-Turnier im Schatten des Zuckerhuts - dieses Fernziel verfolgt er mit seinem Nebenmann Alexander Walkenhorst konsequent. Seit 2014 spielt er wieder an der Seite des 26-jährigen Esseners, mit dem er vor sechs Jahren bereits die U23-Europameisterschaft gewann. Und besser als Walkenhorst/Windscheif sind in Deutschland derzeit nur Jonathan Erdmann/Kay Matysik.

International dominieren im vor-olympischen Jahr die Brasilianer die Szene. Bei der für Walkenhorst/Windscheif mit Platz 17 enttäuschend verlaufenen WM in den Niederlanden gingen der Titel und Platz drei an Duos aus dem nächsten Gastgeberland der Spiele. „In Brasilien ist Beachvolleyball Sportart Nummer zwei“, sagt der Sportsoldat Windscheif. „Viele Jungs stammen zudem aus Rio oder wohnen dort. Für die ist es eine Riesenchance, wenn sie sich qualifizieren.“

Brasilianer in Top-Form

Anders als in Deutschland zählt bei den Brasilianern nur die aktuelle Saison als Qualifikation. „Im kommenden Jahr sollen sich die Nominierten ganz in Ruhe auf die Olympischen Spiele vorbereiten können“, erklärt Stefan Wind-scheif. Allerdings gibt es auch für die Brasilianer nur zwei Startplätze. Der Druck ist enorm. „Deshalb sind die bereits in dieser Saison in einer Top-Form“, sagt Windscheif, um frech zu ergänzen: „Man kann sie aber alle auch schlagen.“ In einem Gruppenspiel, in der K.o.-Runde - und sogar einem (olympischen) Finale.

Nach einer Auftaktniederlage in Gstaad gegen starke Kanadier gewannen Walkenhorst/Windscheif ihr zweites Gruppenspiel, ehe es gegen die Brasilianer Evandro/Pedro um den Einzug in die K.o.-Phase ging. Walkenhorst/Windscheif bezwangen die WM-Dritten mit 2:1 und kämpfen am Samstag um das Achtelfinale.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE