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Richtlinie für Kühlanlagen kommt noch 2013

26.11.2013 | 00:21 Uhr

Warstein/Berlin. Mitten im Koalitionspoker beschäftigt die Warsteiner Legionellen-Krise die Bundesregierung: Bis Ende des Jahres soll ein Entwurf für eine Richtlinie zu Hygieneanforderungen an Verdunstungskühlanlagen vorliegen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Die Kühlanlagen wie eben jene, die auch in Warstein als entscheidender Verbreitungsherd der Legionellen ausgemacht wurde, stehen bereits seit dem Legionellen-Ausbruch in Ulm 2010 unter Beobachtung (wir berichteten). Schon damals hatte das Bundesumweltministerium veranlasst, dass technische Richtlinien zu Errichtung und Betrieb von diesen Anlagen erarbeitet werden. „[...] derzeit wird bei der Kommission zur Reinhaltung der Luft eine Richtlinie [...] erarbeitet, die beschreibt, wie beim Bau, Betrieb und Instandhaltung vorzugehen ist, um eine Vermehrung von Legionellen zu verhindern“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Eine solche Richtlinie hatte auch der Experte Professor Martin Exner wiederholt gefordert. Er verglich die Rückkühlwerke in diesem Zusammenhang mit dem Konsum von Nikotin: „Eigentlich müsste auf jeder dieser Anlagen ein Aufkleber prangen: Diese Anlage kann gesundheitsschädlich sein.“

Kommt der erste Entwurf dieser Richtlinie tatsächlich bis Ende ds Jahres, dann ist in ihm auch festgehalten, dass das Kühlwasser dieser Anlagen regelmäßig auf Legionellen untersucht werden muss. Werden dann Legionellen nachgewiesen, muss der Betreiber die Anlage je nach Höhe der Konzentration der Legionellen sofort außer Betrieb nehmen.

Die Partei Die Linke wollte in ihrer Anfrage an die Budnesregierung auch wissen, inwieweit kommunale Kläranlagen nun im Fokus stehen, wenn es um Belastungen mit Legionellen geht. In diesem Zusammenhang steht auch die Frage, ob es bereits gezielt Untersuchungen in Kläranlagen gegeben habe, in die Abwässer aus Industriebranchen eingeleitet werden. Die Bundesregierung sieht zur Zeit keinen Grund, von einer grundlegenden Legionellen-Gefahr durch kommunale Kläranlagen auszugehen: „Kläranlagen stehen nicht im Fokus der Überlegungen zur Vermeidung von Legionellenausbrüchen.“ Vielmehr seien es in Warstein sehr spezifische Gegebenheiten gewesen, die zu der Kontaminierung der kommunalen Kläranlage geführt hätten.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) gehe nach Kenntnis der Bundesregierung davon aus, dass nach bisherigem Erkenntnisstand die hohen Legionellenbefunde der kommunalen Kläranlage in Warstein auf die Zuleitung von mit Legionellen belastetem warmen Brauereiwasser zurückzuführen seien. Vergleichende Untersuchungen in anderen kommunalen Kläranlagen und die jahrzehntelange Erfahrung mit diesem Verfahren der Abwasserreinigung hätten bisher keine Hinweise darauf gegeben, dass normale kommunale Kläranlagen Ausgangsorte für Legionelleninfektionen wären.

Mitten im Koalitionspoker beschäftigt die Warsteiner Legionellen-Krise die Bundesregierung: Bis Ende des Jahres soll ein Entwurf für eine Richtlinie zu Hygieneanforderungen an Verdunstungskühlanlagen vorliegen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Die Kühlanlagen wie eben jene, die auch in Warstein als entscheidender Verbreitungsherd der Legionellen ausgemacht wurde, stehen bereits seit dem Legionellen-Ausbruch in Ulm 2010 unter Beobachtung (wir berichteten). Schon damals hatte das Bundesumweltministerium veranlasst, dass technische Richtlinien zu Errichtung und Betrieb von diesen Anlagen erarbeitet werden. „[...] derzeit wird bei der Kommission zur Reinhaltung der Luft eine Richtlinie [...] erarbeitet, die beschreibt, wie beim Bau, Betrieb und Instandhaltung vorzugehen ist, um eine Vermehrung von Legionellen zu verhindern“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Eine solche Richtlinie hatte auch der Experte Professor Martin Exner wiederholt gefordert. Er verglich die Rückkühlwerke in diesem Zusammenhang mit dem Konsum von Nikotin: „Eigentlich müsste auf jeder dieser Anlagen ein Aufkleber prangen: Diese Anlage kann gesundheitsschädlich sein.“

Kommt der erste Entwurf dieser Richtlinie tatsächlich bis Ende ds Jahres, dann ist in ihm auch festgehalten, dass das Kühlwasser dieser Anlagen regelmäßig auf Legionellen untersucht werden muss. Werden dann Legionellen nachgewiesen, muss der Betreiber die Anlage je nach Höhe der Konzentration der Legionellen sofort außer Betrieb nehmen.

Die Partei Die Linke wollte in ihrer Anfrage an die Budnesregierung auch wissen, inwieweit kommunale Kläranlagen nun im Fokus stehen, wenn es um Belastungen mit Legionellen geht. In diesem Zusammenhang steht auch die Frage, ob es bereits gezielt Untersuchungen in Kläranlagen gegeben habe, in die Abwässer aus Industriebranchen eingeleitet werden. Die Bundesregierung sieht zur Zeit keinen Grund, von einer grundlegenden Legionellen-Gefahr durch kommunale Kläranlagen auszugehen: „Kläranlagen stehen nicht im Fokus der Überlegungen zur Vermeidung von Legionellenausbrüchen.“ Vielmehr seien es in Warstein sehr spezifische Gegebenheiten gewesen, die zu der Kontaminierung der kommunalen Kläranlage geführt hätten.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) gehe nach Kenntnis der Bundesregierung davon aus, dass nach bisherigem Erkenntnisstand die hohen Legionellenbefunde der kommunalen Kläranlage in Warstein auf die Zuleitung von mit Legionellen belastetem warmen Brauereiwasser zurückzuführen seien. Vergleichende Untersuchungen in anderen kommunalen Kläranlagen und die jahrzehntelange Erfahrung mit diesem Verfahren der Abwasserreinigung hätten bisher keine Hinweise darauf gegeben, dass normale kommunale Kläranlagen Ausgangsorte für Legionelleninfektionen wären.

Betreiber von Verdunstungskühlanlagen müssen künftig wohl verbindliche Richtlinien zur Hygiene der Anlagen einhalten. Für die durch die Legionellen-Epidemie in Warstein in den Fokus gerückten so genannten „Rückkühlwerke“ soll noch bis Ende des Jahres ein Entwurf für eine Richtlinie zu Hygieneanforderungen vorliegen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke hervor.

In Warstein waren über das Rückkühlwerk einer Metall-verarbeitenden Firma Legionellen aus dem Kühlwasser in die Luft gelangt, insgesamt 165 Menschen erkrankten in Folge dessen an teilweise schweren Lungenentzündungen. Die Legionellen waren sowohl in der Kläranlage der ortsansässigen Brauerei als auch in der kommunalen Kläranlage nachgewiesen worden, von wo aus sie anschließend über das Kühlwasser in das Rückkühlwerk gelangten. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) gehe nach Kenntnis der Bundesregierung davon aus, dass nach bisherigem Erkenntnisstand die hohen Legionellenbefunde der kommunalen Kläranlage in Warstein auf die Zuleitung von mit Legionellen belastetem warmen Brauereiwasser zurückzuführen seien. Vergleichende Untersuchungen in anderen kommunalen Kläranlagen hätten bisher keine Hinweise darauf gegeben, dass kommunale Kläranlagen Quellen für Legionelleninfektionen wären.

Anna Gemünd

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Richtlinie für Kühlanlagen kommt noch 2013
Richtlinie für Kühlanlagen kommt noch 2013
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2013-11-26 00:21
Sauer und Siegerland