Remondis greift nach Entsorgungsbetrieben in Südwestfalen

Die Firma Remondis in Lennestadt. In Südwestfalen ist das Unternehmen bisher an zwei Abfall- und Entsorgungsunternehmen beteiligt
Die Firma Remondis in Lennestadt. In Südwestfalen ist das Unternehmen bisher an zwei Abfall- und Entsorgungsunternehmen beteiligt
Foto: Riedel / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Entsorgungsriese Remondis ist in allen Kreisen der Region aktiv: Er hält Anteile an Betrieben in Wetter und Soest und entsorgt im Sauer- und Siegerland.

Hagen.. Der Entsorgungs- und Recyclingriese Remondis möchte die Zahl seiner Beteiligungen an kommunalen Entsorgungsbetrieben ausweiten. „Wir sind sehr an weiteren öffentlich-privaten Partnerschaften interessiert“, sagte Remondis-Sprecher Michael Schneider unserer Zeitung. Die weltweit tätige Remondis-Gruppe (über 30 000 Mitarbeiter) mit Sitz in Lünen, die am regionalen Hagener Energieversorger Enervie mit 19,1 Prozent beteiligt ist, ist das größte deutsche Unternehmen für Recycling, Wasserwirtschaft sowie kommunale und industrielle Dienstleistungen.

Zweimal beteiligt

In Südwestfalen ist Remondis laut Schneider bisher nur an zwei Abfall- und Entsorgungsunternehmen beteiligt: zu 50 Prozent an der AHE in Wetter - die anderen 50 Prozent halten über den regionalen Energieversorger AVU der Ennepe-Ruhr-Kreis und einige Gemeinden. Die andere Beteiligung ist die ESG im Kreis Soest, an der der Kreis über seine Tochter EVB 58 Prozent hält, die Remondis GmbH & Co KG 21 Prozent und der Veolia Umweltservice West ebenfalls 21 Prozent. Vertreten ist die ESG in Soest, Warstein, Lippstadt, Werl, Anröchte, Erwitte und Geseke.

Gebühren Die Zusammenarbeit trage zur Gebührenstabilität bei, versichert der Unternehmenssprecher - nicht nur eine Kommune oder ein Kreis trage die Investitionslast. Remondis könne sein privates Know how einbringen: „Eine Kommune steht nicht im Wettbewerb.“ Rein privatwirtschaftlich organisiert ist dagegen die Abfallentsorgung durch die Remondis Olpe GmbH mit 120 Mitarbeitern, die an den Standorten Olpe, Freudenberg, Lennestadt und Schmallenberg im Sauerland und im Siegerland den Müll einsammelt und stofflich verwertet.

60 Partnerschaften bundesweit

Viel stärker ist das Unternehmen außerhalb Südwestfalens engagiert: „Weit über 60 öffentlich-private Partnerschaften bundesweit“ zählt Schneider auf - die größte mit der FES in Frankfurt, aber auch in Düsseldorf, Essen und Oberhausen. Meist beträgt das Beteiligungsverhältnis des privaten Partners Remondis 49 Prozent, nur selten, wie im Fall der im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis agierenden AHE, 50 Prozent, wie Elisabeth Henne vom Ennepe-Ruhr-Kreis versichert. „Wir sind kein Kronjuwel im Remondis-Reich, sondern nur ein winziger Zwerg“, sagt sie. Aber Remondis verdiene damit Geld. Über die Zusammenarbeit könne sie nicht klagen, trotz der ganz normalen Reibereien zwischen Öffentlichen und Privaten: „Remondis ist ein fairer Partner.“

Das bestätigt auch Jörg Prostka vom Energieversorger AVU. AHE mit seinen 90 Mitarbeitern halte man als Beteiligung aus der Zeit, als sich Energieversorger noch Entsorgungsaktivitäten geleistet hätten. AHE betreibe in Witten eine Biogasanlage und erzeuge Strom - „das ist wiederum für uns sehr interessant.“