Remmel will Standards für Putenmast

Düsseldorf/Berlin..  Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) hat eine Bundesratsinitiative zur gesetzlichen Regelung der Haltung von Mastputen angekündigt. „Um den Medikamenten-Einsatz in der Putenmast zu reduzieren, müssen wir an der Ursache ansetzen und die Haltungsbedingungen verbessern“, sagte Remmel am Rande der „Grünen Woche“ in Berlin.

In neun von zehn Mastdurchgängen werden bei Puten Antibiotika eingesetzt. Das hatte eine von Remmels Ministerium veranlasste Studie jüngst ergeben. Medikamentengaben sind demnach nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Experten gehen davon, dass die Intensivmast ohne sie so auch nicht funktionieren würde. Vielfach leiden Puten in den vollen Ställen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Skelettschäden und Atemwegsproblemen. Das Immunsystem ist überfordert.

Zu viele Tiere auf engem Raum

Die Putenmast hat stark zugenommen. Bundesweit stieg der Bestand von 850 000 auf zuletzt elf Millionen Tiere. In NRW (insgesamt 1,6 Millionen Tiere) werden nirgendwo so viele Puten gemästet wie im Kreis Kleve. Dort stieg die Zahl der Mastplätze binnen Jahren um mehr als 200 000 auf zuletzt 647 382 an. Anders als bei Hühnern oder Schweinen ist die Haltung von Puten bislang gesetzlich nicht geregelt. Remmel will nun Tierschützer und Landwirte einladen, um Vorgaben zu diskutieren, die Grundlage für die Bundesratsinitiative sein sollen. Das Ministerium selbst hat schon 16 Forderungen formuliert. Ganz oben auf der Liste: Die Bestandsdichte in den Ställen müsse reduziert werden.