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Region am Beginn der Aufholjagd

13.02.2012 | 19:00 Uhr
Region am Beginn der Aufholjagd

Hagen.Der Ausbau erneuerbarer Energien in Südwestfalen wird nicht konfliktfrei vonstatten gehen. Davon geht der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann aus. Er sieht die Region „am Beginn einer Aufholjagd“, wie Bollermann auf dem Rohstoff- und Energiewirtschaftlichen Symposium gestern in Hagen betonte.

Seinen Worten zufolge bietet der Regierungsbezirk Arnsberg als Modellregion viele Möglichkeiten für den Ausbau erneuerbarer Energien - also Sonne, Wind, Wasserkraft, Grubengas und Geothermie. Schon 2020 könnten 30 Prozent des Strombedarfs aus regenerativen Energien gedeckt werden, der Kohlendioxid-Ausstoß könnte um ein Viertel gesenkt werden, zitierte der Regierungspräsident eine Machbarkeitsstudie. Dabei habe Windkraft „das größte Potenzial.“ 5300 Megawatt Strom sollen 2020 allein mit Windkraft erzeugt werden.

Konflikte mit den Bürgern könnte es Bollermann zufolge angesichts der enormen Herausforderungen über den notwendigen Ausbau der Infrastruktur, etwa von Hochspannungsleitungen, geben. „Konflikte müssen wir aushalten und lösen.“ Der Regierungspräsident kündigte daher wegen der hohen Erwartungen an die Planungsprozesse an, die Bürgerbeteiligung auszuweiten. „Die Menschen wollen mehr als nur Beteiligung.“ Das Regierungspräsidium wolle in einem „Arnsberger Dialog“ Motor der Energiewende sein.

Ein Regionalplan soll sicherstellen, dass die Unternehmen in Südwestfalen, darunter zahlreiche Weltmarktführer, auch weiterhin sichere und bezahlbare Energie erhalten und dass die Netze stabil sind. Das sichere Arbeitsplätze in der Region. Auch die südwestfälischen Hochschulen müssten stärker einbezogen werden.

NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger wies in Hagen auf die Zeitenwende hin, die sich seit dem ersten Symposium zur Rohstoff- und Energiewirtschaft vollzogen habe. „Im Januar 2011 hatten wir am laufenden Band Krisensitzungen wegen der beschlossenen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke - zwei Monate später kam Fukushima. Das hat alles verändert.“ Der Minister wies darauf hin, dass auf Landesebene ein Erlass die Möglichkeiten zum Ausbau der Windenergie bereits bedeutend verbessert habe. Er rücke einen Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung von 15 Prozent in Reichweite anstatt von heute drei Prozent. „Der erste Schritt ist damit getan.“

Voigtsberger machte sich für die besonders in NRW stark vertretenen „sicheren“ Energieträger Kohle und Gas als „Brückentechnologien“ stark - die Energiewende sei allein mit erneuerbaren Energien nicht zu schaffen: „Wir produzieren in Nordrhein-Westfalen die Versorgungssicherheit, die Atomausstieg und Energiewende erst möglich machen.“ Der nächste Schritt sei der Ausbau der Verteilnetze - sei der geschafft, „dann wird die Frage sein, wie wir die fossilen Großkraftwerke vom Netz nehmen können.“ Die Altanlagen aus den fünfziger und sechziger Jahren hätten einen „sehr geringen Wirkungsgrad.“

Für die Beibehaltung eines fossilen Unterbaus bei der Energieerzeugung sprach sich auch Ivo Grünhagen aus, Sprecher des Vorstandes des regionalen Energiedienstleisters Enervie. „Regenerative Energien sind nicht verlässlich.“ Dennoch setzt Grünhagen auf Windkraft - bis 2020 sollen 240 Megawatt Leistung damit erzeugt werden können. Aber bislang nicht in der Region Südwestfalen, die doch für den Ausbau der erneuerbaren Energien so gut geeignet ist, sondern im Hunsrück und in der Eifel. „Woanders ist es leichter, Windparks zu erreichten“, räumt Ivo Grünhagen ein. „Wir sind aber gern bereit, darüber zu reden, auch im Märkischen Kreis zu investieren.

Stefan Pohl

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Kommentare
13.02.2012
23:07
Region am Beginn der Aufholjagd
von Meierdrei | #2

Die Herren haben den Horizont der Rationalität komplett ausgeblendet - oder der Artikelschreiber. Es lässt sich definitiv nur kurzfristig an den hoch subventionierten alternativen, wetterabhängigen Stromerzeugungsgeschäftsmodellen am Sponsoring-Eta etwas für die Parteikasse und den Eigennutz in diesen Positionen gewinnen.
Die Installation einer doppelten Kapazität zur zeitweisen Stromerzeugung ist ein Projekt der Dimension - "allen Eskimos Kühlschränke und zusätzlich Gefrierschränke zu verkaufen".
Angenommen an den Hochschulen befinden sich intelligente Leute, dann müssen die Herren des Zeitgeistes aber diese völlig in Abhängigkeit bringen, sonst durchschauen sie die Geschäftsideologie als reines Nonsens-Projekt und fürchten alle, nur im Ausland noch Arbeitsplätze zu finden, weil die heimische Industrie und Wirtschaft von den zukünftigen Strompreisen erdosselt wird und flüchtet.
Mit welcher Selbstverständlichkeit völliger Unsinn gutgeheißen wird, das ist schon mehr als Realsatire angepasster Zeitzombies.

13.02.2012
19:17
Region am Beginn der Aufholjagd
von meinemeinungdazu | #1

Windräder sind im Binnenland nicht effektiv. Sie gehören an die See. Wasserkraft kann man im Lande besser nutzen. Ebenso Solarstrom.

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