Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Sauer und Siegerland

Polizeieinsatz zeigt Wirkung in rechtsextremer Szene

27.03.2013 | 00:19 Uhr

Düsseldorf. Trotz der hohen kriminellen Energie der Neonazis zeigt der massive Polizeieinsatz gegen die 170 rechtsextremen Intensivtäter in NRW offenbar Wirkung. „Die Szene ist verunsichert und kleiner geworden“, sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) bei der Vorstellung einer Studie zum Rechtsextremismus. Für jeden Intensivtäter ist ein Ermittler zuständig, der politische und allgemeine Delikte verfolgt. „Wir wissen heute genauer, welche Taten diese Leute verüben.“ Neonazis begingen 2012 in NRW insgesamt 192 politisch motivierte Gewaltdelikte – davon 167 Körperverletzungen.

Jäger schätzt die Zahl der gewaltbereiten Rechtsextremisten auf 800. Schwerpunkte der Szene liegen in Aachen, Hamm, Dortmund und Wuppertal. Dort sei es aber gelungen, Mitläufer vom harten Kern der gefährlichen Neonazis zu trennen und die Zahl der Rechtsextremisten zu verkleinern. „Wir treten den Neonazis auf die Springerstiefel“, sagte Jäger.

Sonderkommissionen der Polizei in Aachen, Dortmund, Köln und Wuppertal bündeln die Erkenntnisse über die Straftäter. Während bundesweit die Zahl der rechtsextremen Delikte 2012 um vier Prozent anstieg, gab es in NRW keinen Zuwachs an rechtsextremen Delikten. Mit 40 Teilnehmern ist auch das Aussteigerprogramm in NRW gefragt wie nie. Insgesamt befassen sich 600 Ermittler in NRW mit der rechtsextremen Szene. „Wir brauchen einen langen Atem“, betonte Jäger. 77 Prozent der rechtsextremen Gewalttaten wurden aufgeklärt.

Dabei geht es Hand in Hand: Staatsanwälte und Polizei sorgen für beschleunigte Ermittlungen, damit Intensivtäter schnell verurteilt werden können. Daneben werden Szenetreffs observiert, zur Abschreckung gibt es regelmäßig Gefährderansprachen. „Damit haben wir große Löcher in das Netzwerk der Neonazis gerissen“, erläuterte der Minister.

Wilfried Goebels


Empfehlen
Themenseiten
Lesen Sie auch
Kommentare
Kommentare
autoimport
Umfrage
Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Königspolonaise 2014 in Olpe
Bildgalerie
Schützenfest
Gas-Alarm in Kita in Wetter
Bildgalerie
Feuerwehr
WM-Trubel in Bad Berleburg
Bildgalerie
Rudeljubel
Heißes Schützenfest 2014 in Olpe
Bildgalerie
Schützenfest
Aus dem Ressort
Baum stürzt auf Radfahrer - Mescheder stirbt im Krankenhaus
Tödlicher Unfall
Ein abgeknickter Baum stürzte am Dienstag auf einen Radfahrer aus Meschede. Seine Kopfverletzungen waren so schwer, dass der 66-Jährige später im Krankenhaus verstarb. Der tragische Unfall geschah auf dem Radweg zwischen Wenholthausen und Meschede-Berge. Vermutlich war der Baum morsch.
Hochhaus-Brand nach Beziehungsstreit - 23-Jähriger verhaftet
Hochhaus-Brand
Das Feuer in einem Hochhaus in Hilchenbach ist nach Erkenntnissen der Ermittler durch Brandstiftung ausgebrochen. Noch am Nachmittag verhaftete die Polizei einen 23-jährigen Verdächtigen in der Siegener Innenstadt. Er soll seine Freundin im Streit brutal attackiert haben und das Feuer gelegt haben.
BVB-Fans aus Soest wegen Revier-Derby-Randale verurteilt
Derby-Randale
Das 143. Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund am 26. Oktober 2013 wurde von Randale überschattet. Zwei beteiligte BVB-Fans aus Soest bekamen dafür vom Jugendschöffengericht Gelsenkirchen die Quittung: Ein 20-Jähriger erhielt eine Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung.
Räuber überfällt Aldi-Filiale mit Schreckschusspistole
Raubüberfall
Mit einer Schreckschusspistole hat ein Mann (54) griechischer Abstammung die neue Aldi-Filiale in Altenhagen überfallen. Bei dem versuchten Raub ging er leer aus, weil sich die Kasse angeblich nicht öffnen ließ. Auf der Flucht versteckte der mutmaßliche Täter die Waffenattrappe und seine Sturmhaube.
Hochhaus in Hilchenbach nach Feuer schwer beschädigt
Brandstiftung
Bei einem Brand in Hilchenbach sind drei Menschen durch Rauchgas verletzt worden. Das Feuer war einem Hochhaus ausgebrochen, in dem rund 50 Menschen wohnen. Die oberen Stockwerke wurden schwer beschädigt. Nach ersten Untersuchungen der Staatsanwaltschaft handelt es sich um Brandstiftung.