Polizei erschießt Angreifer

Hagen..  Ein mit einer Machete sowie einem Messer bewaffneter Mann hat gestern einen 49-jährigen Mitarbeiter einer Versicherungsagentur im Hagener Ortsteil Kabel angegriffen und schwer verletzt. Anschließend wurde der Täter von der Polizei erschossen. Mehrere Anwohner waren Augenzeugen des dramatischen Geschehens auf offener Straße. Weil eine Hagener Polizeibeamtin den tödlichen Schuss abgab, wurde aus Neutralitätsgründen eine Ermittlungskommission der Kripo Wuppertal eingesetzt, um die Hintergründe des Falls aufzuklären.

Nach Informationen der WESTFALENPOST betrat ein Mann osteuropäischer Abstammung gestern gegen 14.45 Uhr die Allianz-Agentur im Hagener Norden und begann einen Streit mit dem Mitarbeiter (49), in dessen Verlauf er ihm mit einer Machete und einem Messer schwere Stichverletzungen beibrachte. Der Versicherungskaufmann konnte ins Freie flüchten. Allerdings verfolgte ihn der aufgebachte Angreifer die Straße hinunter. Zunächst flehte der Gejagte in einem Kiosk um Hilfe, doch weil ihm der Angreifer dicht auf den Fersen war, lief er weiter und rettete sich schließlich in einen Döner-Grill. Dort brach er zusammen.

Um den Blutverlust zu stoppen, band ihm Nihat Yetkin (35), Inhaber des Grills, mit einem Gürtel den Oberarm ab. „Möglicherweise hat er ihm dadurch das Leben gerettet“, sagte ein Polizeibeamter. Als der immer noch mit den Stichwaffen herumfuchtelnde Verfolger wissen wollte, wo sich sein Opfer befand, schickte ihn Yetkin die Straße hinunter.

Der Täter kehrte daraufhin um und wurde von einer herbeigerufenen Streifenwagenbesatzung gestellt. Weil er der Aufforderung, seine Waffen fallen zu lassen, nicht nachkam und die Beamten stattdessen attackiert haben soll, wurde er von einer Polizistin erschossen. Der schwer verletzte Versicherungskaufmann wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Wenige Minuten nach dem tragischen Vorfall trafen zahlreiche weitere Polizisten und Rettungskräfte in Kabel ein. Der Tatort wurde abgesperrt. Mit Farbspray markierte ein Beamter die Blutspur des Verletzten, die sich vom Versicherungsbüro schräg über die Straße bis zum Dönerladen zog, sowie den Fundort der Machete und des Messers. „Überall war so viel Blut“, schilderte der sichtlich erschütterte Yetkin die Situation.

Wie bekannt wurde, wohnte der Täter gleich um die Ecke in einer Hochhaussiedlung. Berichten von Nachbarn zufolge war er ein Eigenbrötler und Sonderling.

Die Staatsanwaltschaft Hagen hat die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Kripo Wuppertal übernommen, wollte aber gestern Abend keine weitere Stellungnahme abgeben. Wie viele Schüsse die Polizei abgegeben hat, ist nicht bekannt.

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