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Campus-Symposium

Polit-Promis mischen sich unter Studierende

14.09.2012 | 11:01 Uhr
Polit-Promis mischen sich unter Studierende
Stellten sich der Diskussion: Ehud Olmert und Condoleezza Rice in Iserlohn.Foto: Joachim Karpa

Iserlohn.   Die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice und der ehemalige israelische Premierminister Ehud Olmert erklären in Iserlohn die Lage im arabischen Raum. Sorge vor der Entwicklung im Iran.

Mit Fahrer fährt der Besucher beim 7. Campus-Symposium vor. Ein ungewohntes Gefühl. Hinterm Steuer sitzt Mike Heinrich aus dem niedersächsischen Zeven, Student im 5. Semester Wirtschaftspsychologie an der BiTS. „Das ist ein Event, das Mehrwert schafft“, sagt der 22-Jährige. „Für Networking und Wissensaustausch ist es ideal.“ Dass Sponsoren hohe fünfstellige Summen für Gastauftritte politischer Prominenz bezahlen, hält er für gerechtfertigt. „Mit ihrem hohen Bekanntheitsgrad bekommt das Symposium Zugkraft.“

Ein weißer Handschuh öffnet die Beifahrertür. Galant. Sicherheitskräfte gehen bei der Kontrolle der Kamera am Eingang in Deckung. Ihre Anweisung, den Auslöser zu bedienen, erschreckt sie selbst. „Bitte keine Fotos von uns.“ Kein Problem. Horst-Werner Maier-Hunke, Chef der Arbeitgeber in NRW, kreuzt als Erster den Weg. „Im Sauerland tut es uns gut, über den Tellerrand zu schauen“, sagt der Iserlohner. „Und hochkarätige Politiker einmal aus der Nähe zu erleben, gehört dazu.“

Die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice und der ehemalige isralische Premierminister Ehud Olmert plaudern nicht aus dem Nähkästchen, sie bewerten die Lage im arabischen Raum und bekunden ihre Sorge über die Entwicklung im Iran. Olmert: „Iran stellt für Israel eine Bedrohung dar. Es spricht offen aus, Israel von der Landkarte verschwinden zu lassen. Das müssen wir 100 Prozent ernst nehmen.“ Rice: „Iran ist dabei, eine Atommacht zu werden. Das ist eine Bedrohung für die internationale Gemeinschaft. Die militärische Option muss den Iranern bewusst werden.“ Die Sorge über die brisante Lage im Iran und im arabischen Raum ist den Politikern anzumerken. Im mit mehr als 900 Besuchern besetzten Zelt wird es still, wenn Rice auf die jüngsten Ereignisse in Libyen eingeht und die Ermordung des US-Botschafters am vergangenen Dienstag beklagt. „Er war ein wunderbarer Mensch, er hat mich bei meinem Besuch in Libyen begleitet.“ Von antiamerikanischen Strömungen in den aufgewachten arabischen Staaten will sie nichts wissen. Es gehe nicht um den Ruf der USA, nicht um die Akzeptanz im Nahen Osten. Nein. „Es geht um extremistische Kräfte, um Terroristen. Möglicherweise war die Ermordung von langer Hand geplant, schließlich passierte es am 11. September.“ Einig sind sie beide, dass US-Präsident Obama eine starke Reaktion zeigen und die moderaten politischen Führer im Nahen Osten ein deutliches Bekenntnis gegen diese Morde ablegen müssten. Rice gibt den Gästen angesichts dieser bedrohlichen Lage und der vielen grausamen Nachrichten aus dem Nahen Osten und dem Rest der Welt eine Beruhigungspille mit auf den Weg. Sie erinnert an das Jahr 1947 als die Kommunisten in Italien 47 Prozent der Stimmen bekamen, zwei Millionen Menschen in Europa hungerten, und in China die Kommunisten an die Macht kamen. „Früher waren die Zeiten schlimmer.“ Früher war auf jeden Fall alles anders.

Walter Mennekes, der Unternehmer aus Kirchhundem, der mit seinen Produkten, Industriestecker aller Art, zu den Weltmarktführern zählt, spricht über Markenbildung. Warum? Weil das Thema „Kommunikation - Der Schlüssel zum Erfolg“ das Symposium gestern und heute besonders beschäftigt. „Ich halte mich für einen Markenflüsterer“, sagt Mennekes und beschreibt wie sein Unternehmen die Bildung einer Marke forciert hat. „Ein bisschen Marke gibt es nicht.“ Zu einer Marke gehöre Tradition, Qualität, Innovation, Service und Kommunikation. „Marke ist ein Versprechen auf Qualität. Und, Mitarbeiterzufriedenheit ist die Voraussetzung für Kundenzufriedenheit.“

Ein Satz, der auf dem Rückweg zum Parkplatz nachwirkt. Hinterm Steuer sitzt dieses Mal Christoph Schneider aus Ganderkesee in Niedersachsen. Aufgekratzt, ausgesprochen freundlich. Er wirkt hochzufrieden und motiviert in der Spätschicht. „Ich fahre von 14 Uhr bis zum Schluss.“ Der 22-Jährige studiert im sechsten Semester Journalismus an der BiTS. Das Klima am Seilersee stimmt. „Ja“, sagt Schneider, „und das Symposium ist super. Man glaubt immer, wenn hochkarätige Politiker auftauchen, das passiert in einem professionellen Umfeld - und jetzt machen wir das.“

Joachim Karpa


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