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Energiewende

Partner auf dem Weg zur Licht-Wende

25.01.2013 | 18:08 Uhr
Partner auf dem Weg zur Licht-Wende
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) war gestern zu Besuch bei Trilux in Arnsberg. Rechts im Bild der Generalbevollmächtigte Michael Huber. Der Mescheder CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg (links) hatte Altmaier eingeladen.Foto: Ted Jones

Arnsberg.   Bundesumweltminister Peter Altmaier war gestern zu Besuch bei Trilux. Der Licht-Spezialist wirbt derzeit für ein Förderprogramm des Ministers, bei dem Kommunen 40 Prozent ihrer Investitionskosten erstattet bekommen, wenn sie auf energieeffiziente Beleuchtungssysteme - in erster Linie LED - umsteigen.

19 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs dienen der Beleuchtung, und auch in Deutschland verwenden wir noch 11 Prozent der elektrischen Energie dazu, uns ein Licht aufgehen zu lassen. Hier gibt es gewaltige Einsparpotenziale, die das Bundesumweltministerium seit zwei Jahren durch Förderung kommunaler Sanierungsprojekte nutzen will. „Bisher haben wir 1700 Kommunen erreicht, bis zum Jahr 2020 sollen es auch noch die restlichen knapp 10.000 werden“, versprach Umweltminister Peter Altmaier (CDU) gestern in Arnsberg.

Der Saarländer, der die Energiewende vor acht Monaten von seinem im NRW-Wahlkampf gescheiterten Vorgänger Norbert Röttgen geerbt hat, war ins Sauerland gekommen, um einen Partner auf dem Weg zu seinem Ziel zu besuchen: den Licht-Spezialisten Trilux, der in den vergangenen Wochen auf Veranstaltungen in ganz Deutschland für ein Förderprogramm geworben hat, das Gemeinden 40 Prozent der Investitionskosten erstattet, wenn sie in Innenräumen mindestens 50 Prozent des CO2-Ausstoßes einsparen. Und das ist mit LED-Technik, an der Trilux seit Jahren arbeitet, und mit modernem Lichtmanagement (Helligkeits- und Anwesenheitssensoren) gut zu schaffen. „Das ist auch ein Beitrag zur Sanierung der kommunalen Kassen“, betonte der Minister, der bekannte, nicht immer ein Fan moderner Leuchttechnik gewesen zu sein: „Als die EU-Kommission der Glühbirne an den Kragen ging, habe ich mir im Keller einen Schatz angelegt. Aber den werde ich wohl weitgehend unangetastet meinen Erben überlassen. Damals war LED eben noch etwas für Spezialisten.“

Bei der Stromeffizienz sieht Altmaier noch gewaltiges Innovationspotenzial: „Moderne Heizungspumpen brauchen nur noch 30 Prozent der Energie, neue Computerventilatoren kommen sogar mit 20 Prozent aus.“ Und von der LED-Technik erwartet er auch noch 30 Prozent Effizienzsteigerung zusätzlich. „Die Zusammenarbeit von Politik und Industrie macht neue Produkte marktfähig. Deutschland hat mehrere Innovationswellen verpasst, etwa bei der Mikroelektronik. Jetzt müssen wir wieder einmal die ersten sein.“

Der Umweltminister setzt dabei auf „Zehntausende von Unternehmen“, weniger auf Direktiven aus der Politik: „Wer zur Energiewende einen Masterplan fordert, hat nichts verstanden.“ Dazu wieder eine Anekdote: „1991 habe ich das erste Handy gesehen - groß wie ein Brikett, schwer wie ein Brikett, dumm wie ein Brikett. Wenn damals die Politik einen Masterplan gemacht hätte, wie ein Handy in 20 Jahren auszusehen habe, wäre es vielleicht halb so groß, halb so schwer und halb so dumm geworden, aber wir hätten kein Smartphone. Wir brauchen Spielräume, um Innovationen zu ermöglichen.“

Deshalb will Altmaier die Entwicklungen weiter fördernd begleiten. „Aber das wird nicht leicht“, fürchtet er: „Im EEG wurde über lange Zeit zu wenig gesteuert. Dadurch sind die Spielräume in anderen Bereichen geringer.“ Christian Braatz von der Trilux-Akademie drückt das Missverhältnis in Zahlen aus: „Für einen Euro, den Sie in LED investieren, müssten sie 190 Euro einsetzen, um mit Photovoltaik die gleiche CO2-Reduktion zu erreichen.“ Trilux-Generalbevollmächtigter Michael Huber macht eine andere Rechnung auf: „Durch eine Umstellung auf LED ließen sich dreieinhalb AKW abschalten.“ Oder, wenn sie sowieso abgeschaltet sind, einige der geforderten Stromtrassen einsparen.

Harald Ries



Kommentare
04.02.2013
09:38
Partner auf dem Weg zur Licht-Wende
von Distanz5 | #1

Ganz schlaue Rechnung: für eine LED aus Fernost müssen Sie 190 Euro für eine deutsches Solarpanle investieren. So sehen die Totengräber der deutschen Wirtschaft aus. Pfui!

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