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Kleinkunst im Sauerland

Nicht lang schnacken - Schalk im Nacken

17.04.2012 | 18:06 Uhr
Nicht lang schnacken - Schalk im Nacken
Kabarettist Gerd Normann startet eine Kleinkunst-Reihe im Sauerland.

Olsberg. Der Sauerländer an sich muss zum Lachen nicht in den Keller. Er kann am morgigen Donnerstag ins Alte Kino in Olsberg gehen. An diesem Tag (20 Uhr) feiert die Show „Die Bunte Kuh – der Kleinkunstmix im Sauerland“ ihre Premiere.

Kabarettist Gerd Normann ist der Veranstalter der neuen Kleinkunstreihe. Und gebürtiger Hochsauerländer (genau genommen Nuttlarer) - was einer Kleinkunstmixshow im Land der eigentlich unbegrenzten Humormöglichkeiten dienlich ist. Ja, die nur von Außenstehenden als bisweilen wortkarg eingestuften Menschen in seiner Heimat hätten den Schalk im Nacken, sagt der Wahl-Berliner und liefert den Beleg: „Wer seine Ortschaften Faulebutter, Hundesossen, Halbhusten oder Mosebolle nennt, muss einfach Humor haben.“

Zur Premiere der „Bunten Kuh“ hat der 52-Jährige als „Stallpersonal“ die Creme de la Creme der Sauerländer Kleinkunst-Kunst nach Olsberg eingeladen: die Winterberger Hausfrau Frieda Braun, den Mendener Puppenspieler Bodo Schulte mit seinem Fernsehbauern Klemens Schulte-Viehkötter sowie die Arnsberger Band Twersbraken – was auf westfälisch Platt soviel wie Querkopf bedeutet. Doch es sind nicht nur Westfalen bzw. Sauerländer, die in der neuen Kleinkunstreihe mit „einer neuen Art der Präsentation“ (Normann: „Nicht nur ein Auftretender am Abend“) auf die Bühne sollen. „Ich hole auch Kabarettisten, Zauberer oder Liedermacher, die in der heimischen Kulturszene noch nicht so bekannt sind“, sagt Normann. Ab dem 20. Juni will der 52-Jährige der Show vierteljährlich als Moderator vorstehen. Selbstverständlich wird der Kabarettist auch sein älteres sauerländisches Ehepaar Willi und Lisbeth zu Wort kommen lassen, das in der Küche sitzend alltagspolitische Themen diskutiert. Oder besser: als Meister des trockenen Humors die Irrungen und Wirrungen des ganz normalen Alltags durch den Kakao ziehen.

Der Sauerländer an sich mag es eben bodenständig. Was wiederum auch bedeutet, dass der Kabarettist und Buch-Autor aus der fernen Weltstadt Berlin bisweilen die Schere im Kopf verwenden muss. „Mit dem Thema Kirche muss man im Sauerland doch sehr vorsichtig sein.“

Allemal mehrheitsfähig dürfte der Name der Kleinkunstmixshow im Sauerland sein, „Bunte Kuh“. Wie ist Gerd Normann darauf gekommen? Der gebürtige Nuttlarer lacht: „Kühe sind nun mal sauerländisch. Und ,bunte’ deutet auf ein buntes, abwechslungsreiches Programm hin.“ Sozusagen eine große Wundertüte auf der Bühne. Voller Überraschungen.

Dass er einmal eine Kleinkunst-Reihe in seiner Heimat veranstaltet - in der es nach seinen Worten eine „kleine, aber feine“ Kleinkunstszene gibt - war für den Wahl-Berliner selbst eine Überraschung. „Purer Zufall“, wie Gerd Normann sagt. Der Kabarettist, der viele Kontakte in der Branche hat, sollte eigentlich für einen anderen Veranstalter Künstler besorgen. Das Ganze zerschlug sich. „Da habe ich das Heft selbst in die Hand genommen.“

Apropos Hand: Für die Premiere der Kleinkunstreihe gilt in alter Bühnentradition: dreimal in die Hände gespuckt und toi, toi, toi! Oder auf sauerländisch: jau, jau, jau!

Rolf Hansmann

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