Neuankömmlinge - 800 Flüchtlinge suchen eine Bleibe in NRW

Was wird aus uns werden? Das scheint sich dieser Junge auf dem Arm seiner Mutter
Was wird aus uns werden? Das scheint sich dieser Junge auf dem Arm seiner Mutter
Foto: dpa
800 Flüchtlinge sind am Montag in NRW angekommen. So viele wie noch nie an einem Tag. Probleme der Unterbringung in den Kommunen verschärfen sich.

Arnsberg.. Der Zustrom der Flüchtlinge hört nicht auf. Die Menschen fliehen vor Krieg und Elend, Hunger und Not. Sie kommen in der Mehrzahl aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und Irak. Am Montag waren es in Nordrhein-Westfalen 800 Kinder, Frauen und Männer.

„So viel wie noch nie an einem Tag“, sagt Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Landesweit kümmert sie sich in den ersten Monaten um die gesundheitliche Versorgung, Unterbringung, Betreuung und Verteilung der Flüchtlinge.

In den 24 Landeseinrichtungen sind gegenwärtig 6234 Asylbewerber untergebracht. In Südwestfalen sind es in Bad Berleburg 280, in Burbach 350, in Rüthen 370, in Hemer 420 und in Wickede 430. Zahlen, die wenig über das Schicksal der Neuankömmlinge sagen.

Pflicht zur Aufnahme

„Täglich“, so Söbbeler, „weisen wir den Kommunen eine dreistellige Zahl von Flüchtlingen zu.“ Jeder ahnt, welche Anforderungen damit verbunden sind. „Das sichtbarste Problem ist es, Unterkünfte zu finden.“ Die weiteren Aufgaben wie medizinische Versorgung, Verpflegung und Betreuung schließen sich an. Verweigern können die Kommunen die Zuteilung nicht. Söbbeler: „Sie haben die Verpflichtung, die Menschen aufzunehmen.“ Passende Immobilien zu finden, ist nicht leicht. „Bei jeder leer stehenden Schule“, sagt der Pressesprecher der Stadt Hagen, Michael Kaub, „wird überlegt, ob sie zur Unterbringung geeignet ist.“ Händeringend wird nicht nur hier nach Wohnraum für Flüchtlinge gesucht. Kaub: „Die Kapazitäten sind erschöpft.“ Dass mit der Aufnahme erhebliche Kosten verbunden sind, entschärft die Probleme nicht. „Im vergangenen Jahr haben wir 4,6 Millionen Euro ausgegeben und 1,15 Millionen Euro vom Land an Zuschüssen bekommen.“

Kosten bleiben unkalkulierbar

Froh darüber, „dass immer mehr Menschen soziale Verantwortung übernehmen und in Schmallenberg auch privaten Wohnraum zur Verfügung stellen“, ist Ulrich Hesse, Leiter des Sozialamtes der Stadt. „Das hilft ungemein.“ Schmallenberg hat im vergangenen Jahr 700 000 Euro für Flüchtlinge ausgegeben, davon hat das Land 199 700 Euro übernommen. Besonders schwierig gestaltet sich nach seiner Einschätzung die Übernahme der Kosten für die medizinische Versorgung erkrankter Asylbewerber. „Sie sind für die Kommune unkalkulierbar.“ Unkalkulierbar bleibt auch die Zahl der Zuwanderer. Söbbeler: „Wir gehen von steigenden Zahlen aus.“

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