Naturpark Sauerland-Rothaargebirge - Ja zur natürlichen Basis der Region

Natürliche Schönheiten im Winter in der Region.
Natürliche Schönheiten im Winter in der Region.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Letzte Hürde für den Naturpark Sauerland-Rothaargebirge ist genommen. Die Stadt Netphen stimmt zu. Gründungsversammlung bis spätestens April.

Olpe/Siegen/Meschede.. Geschafft. Eine Region wie ein Baum. So soll es sein. Dem Zusammenschluss der Naturparke steht nach viel Kritik und Ablehnung im Vorfeld nichts mehr im Weg. „Das bedeutet eine neue Dimension der Zusammenarbeit“, sagt Theo Melcher, bei dem die Federführung der Fusion liegt. Ob er mit diesem Widerstand gerechnet hat? „Ja. Bei so viel Beteiligten in den Kreisen und Kommunen war das zu erwarten. Dieser Prozess braucht seine Zeit.“

Wie es weitergeht? „Die Voraussetzung für die Gründungsversammlung sind jetzt gegeben. Bis spätestens April sollte das über die Bühne gehen. Je früher, desto besser“, sagt der Olper Kreisdirektor. Dem Trägerverein kann jedermann beitreten. „Ich hoffe auf eine breite Bewegung und einen Schub für die Identifizierung mit der Region.“

Der Monatsbeitrag für Privatpersonen wird mit zwei Euro veranschlagt. Obligatorische Mitglieder sind der Hochsauerlandkreis, der Märkische Kreis, der Kreis Olpe und der Kreis Siegen-Wittgenstein. Ihr jeweiliger finanzieller Beitrag bemisst sich nach den Flächenanteilen. So würde beispielsweise der Hochsauerlandkreis bei 1211 Quadratkilometern jährlich 170. 000 Euro bezahlen. Der Bedarf für Personal- und Sachkosten wird mit 609 .000 Euro beziffert.

Mehr Fördermittel möglich

Die Diskussion um den geplanten Namen Sauerland-Rothaargebirge - Siegerländer und Wittgensteiner fühlen sich untergebuttert - hat sich abgekühlt. Das letzte Wort hat letztlich der Verein. Melcher: „Den Namen müssen die Leute mit der Region in Verbindung bringen, und er muss ihnen gefallen.Mit einem künstlichen Begriff tun wir uns keinen Gefallen.“

Das sieht Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises, genauso: „Am Namen darf diese Fusion nun wirklich nicht scheitern. Wir wollen die Naturparke aus dem Dornröschenschlaf wecken und nach vorne bringen. An einem Klein-Klein kann keinem gelegen sein.“

Der Naturpark dieser Größe sei bei der Vergabe von Fördermitteln für Projekte, die sich auf den Umwelt- und Naturschutz beziehen würden, künftig nicht mehr zu übergehen. Ein Standpunkt, den auch Andreas Müller, Landrat des Kreises-Siegen-Wittgenstein, teilt: „Wir sind dann ganz anders aufgestellt.“ Bei der Namensfindung sieht der Sozialdemokrat durchaus noch Spielraum: „Nichts ist zementiert.“ Auch will er die Diskussion darüber nicht überbewertet wissen. „Ich konnte sie in Teilen nicht nachvollziehen. Damit steht und fällt die Fusion nicht.“

Arnsberger Wald fehlt

Er ist vielmehr froh darüber, dass es bei Deutschlands zweitgrößtem Naturpark „keinen weißen Flecken“ im Siegerland gibt. Müller und Melcher schließen nicht aus, dass sich in naher Zukunft auch der Arnsberger Wald der Fusion anschließen wird. Damit wäre der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge der größte in Deutschland - noch vor dem Südschwarzwald.