Mutige Frau rettet Fahrer aus brennendem Lkw

Dortmund/Finnentrop..  Julia Hense ist nicht nur außergewöhnlich mutig, sondern kann auch richtig zupacken, wenn es drauf ankommt. Beide Eigenschaften haben einem 50-jährigen Lkw-Fahrer vermutlich das Leben gerettet.

Denn als die 30-jährige Dortmunderin, die auf der Rettungswache in Finnentrop arbeitet, am vergangenen Freitag kurz nach 6 Uhr morgens auf der A 45 unterwegs ist, sieht sie vor der Ausfahrt Lüdenscheid Nord einen brennenden Lkw, der erst kurz vorher in eine Betonmauer gerauscht ist und Feuer gefangen hat (Wir berichteten). Die mutige Frau zögert nicht lange und springt zum Führerhaus, wo der bewusstlose Fahrer quer im Fußraum liegt.

„Angst hatte ich schon, aber bei so etwas handelt man einfach“, ­erinnert sich die zum Glück kräftige Frau an ihre damalige Gefühlslage.

24-Stunden-Schicht durchgezogen

Gemeinsam mit weiteren Helfern, die mittlerweile hinzugekommen sind, kann sie den 50-jährigen, kurze Zeit später wieder ansprechbaren Mann weit genug vom brennenden Lkw wegtragen. Äußerlich sei der Mann nicht verletzt gewesen: „Ich hatte meine Notfalltasche dabei, habe Blutdruck gemessen und die ­Lunge abgehört.“ Kurz darauf sei eine zufällig auf der Autobahn 45 unterwegs gewesene Ärztin gekommen und ­habe dem Mann noch eine Infusion gelegt, die die Rettungsassistentin ebenfalls im Notfallkoffer hatte.

Dass die 30-Jährige hart im Nehmen ist, bewies sie mit ihrer ­unaufgeregten Reaktion direkt danach: „Ich hab’ meinen Chef angerufen und gesagt, dass ich 20 Minuten später komme.“ Eine weitere Verschnaufpause benötigt sie nicht, zieht die 24-Stunden-Schicht durch - wie immer.

Ein Riesenlob gab es von Olpes Kreisdirektor Theo Melcher, ­zuständig für das Rettungswesen im Kreris Olpe: „Sie ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass es noch Menschen gibt, die nicht achtlos vorbei fahren.“