Mit Mitte 50 die Nachfolge regeln

Hagen..  „Der größte Fehler ist, dass in den meisten Fällen keine Notfallplanung existiert. Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert wie Unfall, schwere Erkrankung oder gar ein plötzlicher Todesfall des Firmeninhabers, dann ist oft nichts geregelt, damit das Unternehmen handlungsfähig bleibt.“ Franz Auer ist bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer Hagen (SIHK) in der Nachfolgeberatung tätig und somit Experte. Südwestfalen gilt als Region inhabergeführter Familienbetriebe besonders von der Nachfolgeproblematik betroffen - nach groben Schätzungen suchen allein hier 1500 Unternehmen im Jahr einen Nachfolger an der Spitze.

Handlungsfähigkeit - dabei geht es nicht nur um die Nachfolge und das Erbe, sondern auch um wichtige Kleinigkeiten wie Passwörter oder Zuständigkeiten. Das muss geregelt sein, bevor der Fall eintritt, mahnt Auer. „Das sollte man als Unternehmer schon mit Mitte 50 machen.“ Und auch bis dahin festgestellt haben, ob ein Kind tatsächlich für die Firmenleitung in Frage kommt oder ob es sich dabei um eine Wunschvorstellung handelt, die später, ist der Nachwuchs erst einmal fest installiert, nur noch schwer zu korrigieren ist.

Entscheidend ist es für den SIHK-Experten auch, dass der Nachfolger aus der Region kommen sollte, wenn er schon nicht aus der Familie stammt: „Sauerländer ticken anders - das hat sich mittlerweile herumgesprochen.“