Mit Eigeninitiative gute Chancen auf Ferienjobs

Was wir bereits wissen
Die Großen Ferien stehen an. Auch wenn viele Arbeitsgelegenheiten schon seit Ostern vergeben sind, lässt sich in Südwestfalen noch immer etwas finden.

Hagen.. Zweieinhalb Wochen noch bis zum Start der Schulferien. Fünf Wochen, bis die Vorlesungen an den Universitäten enden. Viel freie Zeit, die die meisten Schüler und Studenten nicht nur am Badesee verbringen, sondern in der sie sich auch gern etwas Geld verdienen.

Wie ist das Angebot?

Von „erfreulich hohen Jobeingängen“ und „guten Vermittlungschancen“ berichtet Andrea Henzeschulz. Sie leitet die Jobvermittlung für Studierende der Uni Siegen. Dort beginnen die Semesterferien zwar erst im Juli, doch Studentenjobs und eine entsprechende Nachfrage gibt es das ganze Jahr über.

Rund 3000 Stellenangebote pro Jahr gehen auf dem Siegener Campus ein, zehn Prozent davon sind Tagesjobs, überwiegend aber längerfristige Tätigkeiten. Teilweise sind fachliche Qualifikationen gefragt, wenn es um Nachhilfe, Jugendarbeit oder Programmieraufgaben geht, teilweise ist es eine klassische Ferienarbeit in der Metallindustrie, oder es geht um Hilfe auf dem Großmarkt, Gartenbau oder Kurierfahrten. „Seit Jahresbeginn haben wir einen positiven Trend“, so die Arbeitsvermittlerin.

Wie finde ich einen Job?

Für die Ferien ist es für die Jobsuche jedoch nun etwas spät. „Man muss sich schon rechtzeitig kümmern“, erklärt Volker Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbands Westfalen Mitte. „Wer im Sommer arbeiten möchte, sollte sich spätestens bis zu den Osterferien umgeguckt haben.“

Was nicht heißt, dass die Suche jetzt aussichtslos wäre. „Durch die Stadt bummeln, sich in den Schaufenstern nach Aushängen umgucken oder Schwarze Bretter in den Supermärkten lesen“, rät Lena Draxler von der Arbeitsagentur Iserlohn. Zeitungsanzeigen studieren, empfiehlt sie auch. Vor allem Eigeninitiative zeigen, das lohne sich gerade in Südwestfalen, sagt Volker Verch. Also, bei Eltern, Freunden und Bekannten nachfragen. Oder einfach in den Unternehmen vorbeischauen, dort anrufen und sich durchfragen, ermutigt Volker Verch. „Die Arbeitgeber in der Region sind sehr offen, denn die Ferienkräfte von heute, sind Auszubildende und Mitarbeiter von morgen.“ Ferienjobs helfen auch bei der Berufsorientierung.

Der Praxis-Test zeigt, wie Recht er hat: Ein kurzer Anruf im Freizeitpark Fort Fun in Bestwig ergibt: Dort werden noch Studenten sowie Schüler ab 16 Jahren in der Gastronomie und an den Fahrgeschäften gesucht.

Manchmal helfe auch der Blick in die Jobbörse der Arbeitsagentur, sagt Lena Draxler (www.jobboerse.arbeitsagentur.de), auch wenn die Ferienjobvermittlung eigentlich nicht zur Aufgabe der Agenturen gehört. Das Angebot der Uni Siegen ist ebenfalls online einsehbar (www.jobvermittlung.uni-siegen.de), auf der Seite lässt sich auch ein Online-Profil des Bewerbers anlegen. Andrea Henzeschulz empfiehlt dennoch ein Erstgespräch in der Sprechstunde (0271/740–2060, Jobvermittlung@zv.uni-siegen.de).

Was kann man verdienen?

Für Schüler und Studenten ab 18 Jahren gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Mehr allerdings sei im Handel auch kaum zu erwarten, so Karina Brühmann vom Einzelhandelsverband Südwestfalen. Auch im Fort Fun hält man sich daran. In der Metall- und Elektro-Industrie dagegen würden für Hilfstätigkeiten 14 Euro pro Stunde bezahlt, so Volker Verch. Ferienjobs sind sozialversicherungsfrei. Brutto ist meist netto. Wenn die Arbeitgeber Steuern einbehalten, ist das Geld über den Lohnsteuerausgleich zurückzuholen.

Welche Regeln gelten?

Kinder, die das 13. Lebensjahr vollendet haben, dürfen mit Einwilligung der Eltern bis zu zwei Stunden täglich arbeiten. Die Arbeit muss leicht und für Kinder geeignet sein. Jugendliche ab 15 Jahren dürfen mit Erlaubnis der Eltern höchstens vier Wochen beschäftigt werden. Aber nur zwischen 6 und 20 Uhr, maximal 8 Stunden am Tag, 40 Stunden pro Woche. Für Jugendliche ab 16 Jahren sind zum Beispiel in Gaststätten Ausnahmen möglich. Das Taschengeld, das sich der Nachwuchs verdient, hat keine Auswirkungen auf den Kindergeldanspruch.