Mehr unbefristete Stellen für junge Forscher

Siegen..  Mit einer zweiprozentigen Grundmittelerhöhung rechnet der Siegener Uni-Rektor Holger Burckhart durch die Grundgesetzänderung, die dem Bund mehr Möglichkeiten bei der Hochschulfinanzierung bietet. Das wären gut zwei Millionen Euro – immerhin.

Mehr Geld ist immer gut. Aber nicht jedes Geld ist gleich gut. Das verdeutlicht Peter Haring Bolívar, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs: „Unser Gesamtbudget für Personal liegt bei 60 Millionen Euro. Dazu kommen noch einmal 60 Millionen Euro dynamisches Geld, von dem wir inzwischen völlig abhängig sind.“ Dynamisch heißt: befristet. Gebunden an spezielle Programme, Projekte, Förderinstrumente. Das Problem: Mit diesem Geld werden auch nur befristete Stellen geschaffen, was dem wissenschaftlichen Nachwuchs das Leben zunehmend schwer macht. Doch das soll sich nun ändern. Zumindest ein wenig: „Wir wollen die Vielzahl befristeter Verträge reduzieren“, verspricht Rektor Ulf Richter. Unbefristete Stellen sollten nicht mehr die absolute Ausnahme sein.

Doch wie soll das funktionieren, wenn das Geld nicht verlässlich fließt? „Das Rektorat stellt, im Vertrauen darauf, dass neue Projekte gewonnen werden, Geld für eine Übergangsfinanzierung zur Verfügung, um vernünftige Vertragslaufzeiten zu ermöglichen“, sagt Richter. Dadurch werde auch Verwaltungsarbeit eingespart: „Jeder Vertrag muss sechs Mal in die Hand genommen werden.“ So wolle man gute Leute binden und ihre Leistung erhöhen: „Mitarbeiter mit auslaufenden Verträgen wenden nicht mehr ihre volle Energie auf die Arbeit.“

Erhoffter Nebeneffekt des Programms: Die Zahl der Promotionen könnte steigen. Burckhart: „Die zu fördern, war eines meiner Ziele beim Amtsantritt. Doch da liegen wir immer noch weit unter dem Landesdurchschnitt. “