Lölling und Gassner gewinnen deutsche Meisterschaft

Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) ist deutsche Meisterin.
Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) ist deutsche Meisterin.
Foto: sportpresse-reker.de, Dietmar Reker, www.sportpresse-reker.de
Was wir bereits wissen
Sauerländer Jubel bei der deutschen Meisterschaft im Skeleton: Mit Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) und Alex Gassner (BSC Winterberg) gewannen heimische Athleten die Titelkämpfe. Einer Sportlerin platzte im Anschluss aber der Kragen.

Winterberg..  „Da darf man sich auch mal ein wenig aufregen, oder?“ Einige Stunden lagen die deutschen Meisterschaften im Skeleton bereits zurück und mit der 19-jährigen Jacqueline Lölling hatte bei den Frauen sogar eine Vereinskollegin von der RSG Hochsauerland die Titelkämpfe in Winterberg vor Tina Hermann (Königssee) und Sophia Griebel (Suhl) gewonnen. Doch Katharina Heinz war immer noch sauer. Über ihren fünften Platz ein wenig („Obwohl meine Läufe gut waren, kann ich damit nicht zufrieden sein“), über das Verhalten der Bundestrainer umso mehr.

Denn wie die Saison für die Siegerländerin weitergeht, weiß sie nicht. Die Chancen auf einen Startplatz im Weltcup und bei der Weltmeisterschaft in Winterberg waren bereits vor den nationalen Meisterschaften nicht mehr existent, weil Heinz die erforderliche Startnorm trotz mehrerer Versuche nicht erfüllt hatte. Am Sonntag zählte sie ebenfalls zu den Athletinnen, die einen verhaltenen Start zeigten. „Es war aber auch windig. Ich hatte das Gefühl, als würde ich gegen eine Wand laufen“, erklärte sie.

Dass sie derzeit sportlich hinterher fährt, weiß Heinz. Dennoch wunderte sie sich über den Umgang der Bundestrainer mit ihr und anderen Kaderathleten. „Nach dem ersten Training erhielten nur die internationalen Starter eine Korrektur“, sagte sie - der Rest sei sich selbst überlassen geblieben. Nach den Titelkämpfen folgte ebenfalls kein (er)klärendes Gespräch. „Mir hat keiner etwas gesagt, von mir hat sich niemand verabschiedet“, klagte die noch bis 2016 der Bundeswehr angehörende Leistungssportlerin. Und: „Irgendwann ist man an dem Punkt, an dem man sich von dieser Truppe nicht mehr veräppeln lassen möchte.“ Noch denke sie aber nicht über ein Karriereende nach.

Das gilt ebenso für Alexander Gassner vom BSC Winterberg, der auf seiner Heimbahn vor Axel Jungk (Riesa) und Christopher Grotheer (Oberhof) überraschend zum zweiten Mal nach 2012 zum Titel bei den Herren raste. Ihn ereilte wegen der fehlenden Startnorm-Erfüllung ebenso wie Heinz und Lölling das Weltcup- und WM-Aus - nur als Siegerin der Juniorinnen-WM kann Lölling sich noch qualifizieren. Doch Gassner sicherte sich durch Rang eins die Kaderzugehörigkeit für die neue Saison - und erhielt für seine Leistung ein Lob der Bundestrainer. Im persönlichen Gespräch.