Laternen mit LED sind gefragt

Düsseldorf..  Sie leuchten Nachtschwärmern den Weg, tagsüber dienen sie als Dekoration und Schilderstützen: Straßenlaternen prägen auch das Stadtbild der Kommunen. Doch nun müssen NRW-Städte tief in die Tasche greifen, um sie auch künftig zum Leuchten zu bringen.

Wegen eines Beschlusses des EU-Parlaments werden seit April diesen Jahres bestimmte Glühbirnen - in der Fachsprache Quecksilberdampflampen (HQL) - nicht mehr hergestellt und nachgeliefert. Zu stromfressend, zu umweltschädlich seien sie, so die Meinung der Brüsseler Politiker. Viele Kommunen in NRW verwenden jedoch noch genau diese Art von Glühbirnen. Nun müssen sie umrüsten - auf LED-Leuchten oder andere stromsparende Birnen. Ein Austausch der Leuchten soll laut Deutscher Energie-Agentur (dena) 300 bis 500 Euro pro Lampe kosten, je nach Größe und Helligkeit.

Umrüstung belastet die Haushalte

In Gelsenkirchen stehen nach Angaben der Stadt noch 2000 Straßenlaternen mit den stromfressenden Leuchten. Insgesamt gibt es hier knapp 28 000 Laternen, viele hat der Energielieferant Emscher Lippe Energie (ELE) schon umgerüstet. „Seit 2009 wechseln wir defekte Lampen gegen LED-Leuchten aus. 2016 wollen wir fertig sein“, sagt Peter Efing von der ELE. Er kennt die Vorteile der LED-Leuchten. Dennoch belaste die Umrüstung den eh schon klammen Stadthaushalt enorm. Und: Wie viel Geld Gelsenkirchen durch die neuen Lampen einspare, sei für ihn nicht absehbar.

Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist es möglich, dass sich die Investition bereits nach sieben Jahren bezahlt macht. Roman Zurhold von der Deutschen Energie-Agentur glaubt, dass Kommunen langfristig Geld einsparen können, zumindest wenn es die Stromkosten betrifft. „Bis zu 400 Millionen Euro sind möglich.“

Doch bis dahin ist es ein langer Weg, wie sich auch bei Vorreitern in Sachen LED zeigt, den Städten Lippstadt und Köln. In Lippstadt sind von rund 10 000 Laternen noch 1500 mit den Quecksilberdampflampen HQL bestückt. Seit 2003 beschäftigt sich die Stadt nach eigenen Angaben mit Methoden zum Energiesparen, seitdem werde nachts zum Beispiel die Intensität des Lichts der Lampen auf die Hälfte reduziert. Stadtsprecherin Julia Scharte hofft, dass sich die Investitionen in LED-Leuchten schon bald rentieren. „Wir haben seit 2009 1,6 Millionen Euro in die Umrüstung investiert. Einen Teil haben wir durch Fördermaßnahmen des Bundes bereits wiedergewonnen.“

In Köln ist das Thema LED-Lampen gar keins. Hier gibt es seit Jahren nur noch energiesparende Lampen wie LED und auch Natriumdampfleuchten, wie Christoph Preuß vom Energielieferanten Rheinenergie mitteilt. Auf lange Sicht sollen die Natriumdampfleuchten allerdings auch ersetzt werden.

Der Wert warmen Lichts

Düsseldorf hat beim Thema Straßenbeleuchtung noch ein ganz anderes Problem: Hier werden rund 14 560 Laternen noch mit Gas betrieben. Sie verbrauchen laut Holger Odenthal vom Amt für Verkehrsmanagement bis zu viermal mehr Energie als elektrische Leuchten. Eine Laterne von Gas auf Strom umzurüsten koste zudem um die 4000 Euro. „Rein energetisch betrachtet, müssen wir so schnell wie möglich umrüsten.“ Wegen des historischen Wertes und des warmen Lichts will die Stadt allerdings rund 4000 Gaslaternen in der Altstadt erhalten. Ob dies gelingt, steht noch nicht fest. Im nächsten Jahr wolle der Stadtrat zu einer Lösung kommen, sagt Holger Odenthal.

Roman Zurhold von der dena kennt vielleicht eine Lösung für das Problem: „Es gibt LED-Leuchten, die angeblich genau das gleiche Licht erzeugen wie Gaslaternen. Sie kosten nur mehr, rechnen sich aber ebenfalls langfristig gesehen.“