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Kunstsstiftung NRW - Westfalen hat bei Förderung das Nachsehen

21.02.2013 | 17:44 Uhr
Kunstsstiftung NRW - Westfalen hat bei Förderung das Nachsehen
Der Waldskulpturenweg gehört zu den herausragenden Kultur-Projekten in Westfalen. Seine Realisierung wurde von der Kunststiftung NRW gefördert. Unser Bild zeigt die Skulptur „Was war zuerst“ von Magdalena Jetelová.Foto: Werner J. Hannappel

Hagen.  Die Kunststiftung NRW ist für die Kulturförderung unverzichtbar. Doch drei Viertel der Fördermittel 2013 fließen ins Rheinland. Dr. Barbara Rüschoff-Thale, die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, möchte dieses Missverhältnis ändern.

Westfalens Kulturszene hat das Nachsehen, wenn aus den Töpfen des Landes die Mittel fließen. Diese Wunde ist alt und bricht aktuell wieder auf, denn die Kunststiftung NRW fördert in diesem Jahr Projekte und Einrichtungen in Westfalen mit 1,8 Millionen Euro. Das ist gewiss kein Kleingeld. Aber: Landesweit beträgt die Fördersumme 7,3 Millionen Euro. Drei Viertel des Betrages gehen also an rheinische Museen, Bühnen und Literaturhäuser. Die in Düsseldorf ansässige, vom Land gegründete Stiftung kommentiert die westfälischen Befindlichkeiten wie folgt: Noch nie sei ein Projekt abgelehnt worden, nur weil es aus Westfalen stamme. Und: Die Stiftung fördere nur Vorhaben von herausragender Bedeutung.

Dieses Missverhältnis möchte Dr. Barbara Rüschoff-Thale gerne ändern. Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) will das Gespräch mit der Kunststiftung NRW suchen. „Wie bekommen wir es hin, dass Westfalen gleichberechtigter gefördert wird? Wir sind hier im ländlichen Bereich, da sind Netzwerkprojekte besonders wichtig. Damit haben wir in der Vergangenheit nicht so gute Erfahrungen mit der Förderung gemacht. Ich selbst habe erlebt, dass Anträge abgelehnt worden sind.“

Ein aktuelles Beispiel kann Dr. Rüschoff-Thale nennen. Für die kommende Ausstellung „Heiter bis göttlich“ im Klostermuseum Dalheim wurde eine Unterstützung von 85.000 Euro bewilligt. „Wir haben das Doppelte beantragt. Das Ausstellungsvolumen in Dalheim beträgt weit über eine Million Euro.“ Knapp 50 westfälische Projekte stehen auf dem Förderplan 2013 der Kunststiftung. Das Spektrum reicht von dem Literatursymposion „Neue Meister in Hagen – Der Autor ist tot! Es lebe der Autor!“ (15.000 Euro) bis zu „Atelier Räume“ im Siegener Museum für Gegenwartskunst (35.000 Euro).

Eine Produktion der Ruhrtriennale so teuer wie der Jahresetat des Hagener Balletts

Wackersteine der Förderung gehen nach Dortmund: Die Residenz des Mahler-Chamber-Orchestras im dortigen Konzerthaus ist der Kunststiftung 185.000 Euro wert; die Konzerthaus-Zeitinsel mit der Sitar-Virtuosin Anoushka Shankar 64.000 Euro. Der Dortmunder Hartware Medienkunstverein erhält 60.000 Euro für „His Master’s Voice. Von Stimme und Sprache“. Die Ruhrtriennale-Inszenierung von Helmut Lachenmanns Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ in der Jahrhunderthalle Bochum wird mit 200.000 Euro unterstützt.

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Bei diesen Summen handelt es sich jeweils um höchstens ein Drittel des Gesamtkostenvolumens, da die Kunststiftung Projekte nur bis zu einem Drittel unterstützt. Voraussetzung, damit ein Antrag genehmigt wird, ist unter anderem, dass die Finanzierung für die restlichen zwei Drittel steht.

Hier sei ein Abstecher erlaubt: Die Ruhrtriennale-Produktion „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ mit ungefähr einer Handvoll Vorstellungen kostet damit mindestens soviel, wie der komplette Jahresetat für das Ballett Hagen mit allen Inszenierungen und Aufführungen insgesamt beträgt.

„Ich will in keiner Weise anklagen“, betont Barbara Rüschoff-Thale. „Aber wir sind in der Kultur in einer schwierigen Finanzlage. Die Stiftungen werden immer wichtiger.“ Kultur sei gerade im ländlichen Raum ein bedeutender Faktor, um einen Landesteil nachhaltig interessant zu halten. „Es liegt nicht im Interesse der Kunststiftung, zu sagen, den ländlichen Raum können wir nicht bedienen“, hat die Kulturdezernentin bereits Signale erhalten, dass die Türen in Düsseldorf für Gespräche offenstehen. Rüschoff-Thale: „Die rheinischen Anträge hatten mehr Erfolg. Vielleicht müssen wir uns auch an die eigene Nase packen: Wir müssen unsere Anträge vielleicht verbessern. Wichtig ist es, von diesem Geld stärker zu partizipieren.“

Monika Willer


Kommentare
23.02.2013
15:30
Kunstsstiftung NRW - Westfalen hat bei Förderung das Nachsehen
von Shy_Eye | #2

Die Kunst im Pott ist äußerst fraglich, als Beispiel kann ich diese komischen Figuren in Dortmund aufzählen. Ich glaub das sind bunte Nashorn mit Flügeln. So einen Mist soll niemand fördern! Und es da gibt noch weitere Projekte die einfach Lachhaft sind und keine Förderung verdient haben... Der Pott soll endlich mal aus sich herauskommen und auf hören so einen Kinderkram zu machen.

Die Leute haben hier oft KEINE AHNUNG!

23.02.2013
12:29
Liebe Frau Rüschoff-Thale,
von vaikl2 | #1

Sie haben nix falsch gemacht in Ihren Bewerbungen um Stiftungskohle. Solange dabei ein desaströser U-Turm als Beherberger von Knallfröschen ala "ecce" rauskommt, bleibt der Sinn der Geldverschwendung unter kultureller Flagge doch auf einem Niveau mit dem Stellenwert, den der gemeine Westfale typischerweise der Kunst beimisst.

Dass NRW allerdings nur aus den Regionen Westfalen und Rheinland bestehen soll, wie es uns eine Kulturdezernentin als Milchmädchen nun weismachen will, halte ich für mindestens gewagt. Oder halt für typisch Kulturkratie.

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