Kugel traf den Kopf des Mädchens

Siegen..  Der Mann (42), der am vergangenen Dienstag seine Tochter (13) sowie seine Schwiegermutter (57) und seinen Schwager (22) in Siegen angeschossen haben soll, sitzt in der Justizvollzugsanstalt ­Attendorn in Untersuchungshaft. Er habe sich, sagte Staatsanwalt Patrick Baron von Grotthus, die Pistole ­illegal besorgt. „Der Tatverdächtige hat ausgesagt, die Waffe gekauft zu haben. Wir prüfen das.“ Einen ­Waffenschein besitze der Mann nicht.

Der 42-Jährige soll in ­seinem Haus im Streit um das Umgangsrecht seiner Tochter mit ihren Großeltern das Mädchen angeschossen haben. „Die Kugel hat das Mädchen im Kopf getroffen“, bestätigte von Grotthus. Zunächst bestand Lebensgefahr. Ob das Kind bleibende Schäden davontragen werde, sei unklar.

Danach hatte sich der mutmaßliche Täter ins Auto gesetzt und war nach Achenbach zum Haus seiner Schwiegereltern gefahren. Dort soll er auf die Großmutter und den Onkel des Kindes geschossen haben. Die Kugeln trafen diese beiden Opfer in Brust und Bauch. Trotz der Schwere der Verletzungen bestand bei ihnen keine Lebensgefahr. Weshalb der mutmaßliche Täter den Kontakt seiner Tochter mit den Großeltern verhindern wollte, darüber hüllen sich die Ermittler in Schweigen. Dass die Tat in den Bereich der sogenannten „Ehrenmorde“ fällt, hatte die Polizei ausgeschlossen. Der Konflikt sei innerhalb der Familie zu suchen.