Kreditkarte zur freien Verfügung

Wenden/Hamm..  Nach dem Tod eines sehr vermögenden Mannes aus dem Wendener Ortsteil Gerlingen im Januar 2013 war die ehemalige Haushälterin mit seiner Kreditkarte auf Einkaufstour gegangen. Für insgesamt 4685 Euro ging die 57-Jährige aus Olpe mit der Karte, die ihr der betagte Junggeselle schon zu Lebzeiten geschenkt hatte, shoppen. Wegen Untreue hatte sie das Landgericht Siegen zu 600 Euro Geldstrafe verurteilt. Tenor: Ab dem Tod habe es sich nicht mehr um das Vermögen des Mannes, sondern seiner Erben gehandelt. Ein Trugschluss. „Wer eine ihm überlassene Kreditkarte auch nach dem Tod des rechtmäßigen Kartenbesitzers noch nutzt, macht sich nicht strafbar.“ Das entschied jetzt das Oberlandesgericht Hamm und sprach die Ex-Haushälterin frei. Grund: Es handele sich nicht um Untreue, da die Angeklagte weder gegenüber dem Verstorbenen noch den Erben eine Vermögensbetreuungspflicht (Wahrung fremder Vermögensinteressen) gehabt habe.