Koma-Patient darf nun sterben

Paris..  Vincent Lambert zieht sich bei einem Motorradunfall am 29. September 2008 schwere Kopfverletzungen zu. Er fällt ins Koma - ein Zustand, aus dem er seither nicht zurückgekehrt ist. Zwar bewegt er manchmal die Augen. Ob er allerdings versteht, was die Ärzte im Krankenhaus in Reims sagen, ist nicht sicher zu klären.

Anfang 2013 beginnt ein Gezerre: Lambert sträubt sich nach Einschätzung der Ärzte gegen lebensverlängernde Maßnahmen. Körperliche Reaktionen zeugten von Schmerzen des Patienten, heißt es. Deshalb wollen sie den unheilbar Kranken sterben lassen. Das sogenannte Leonetti-Gesetz erlaubt in Frankreich eine solche Entscheidung von Ärzten, wenn sich der Patient nicht mehr selbst mitteilen kann.

Auch die Ehefrau, Rachel Lambert, ist einverstanden. Die Eltern und zwei der acht Geschwister des Koma-Patienten klagen gegen die Entscheidung der Ehefrau.

Nach zwei von der Ehefrau und den Ärzten verlorenen Prozessen haben die Straßburger Richter nun zugunsten passiver Sterbehilfe entschieden.