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Karolin Horchler: „Ich konnte fast nicht mehr laufen“

14.02.2016 | 22:42 Uhr
Karolin Horchler: „Ich konnte fast nicht mehr laufen“
Die deutsche Bronze-Staffel: (von links) Karolin Horchler, Miriam Gössner, Luise Kummer und Franziska Preuß. Foto: dpa

Ein dramatischer Schlusssprint: Zwei Zehntel fehlten Karolin Horchler und der deutschen Damen-Staffel beim Biathlon-Weltcup in Presque Isle zur Silbermedaille. Horchler erklärt, wie es ihr gelang, die Bronzemedaille zu retten.

Karolin Horchler (26) lag im Schnee, schwer atmend, völlig ausgepowert. Kurz nach der Ziellinie hatte sich die Biathletin des WSV Clausthal-Zellerfeld, die aus Ottlar am Rande des Sauerlandes stammt, nicht mehr auf den Beinen halten können. Aber sie hatte der deutschen Damen-Staffel mit einer starken Vorstellung zum Abschluss des Weltcups in Presque Isle/USA die Bronzemedaille gerettet. Deshalb liefen Franziska Preuß, Luise Kummer und Miriam Gössner erst jubelnd auf sie zu, um die entkräftete Horchler anschließend wieder auf die Beine zu stellen.

1 Hallo Karolin, Sie gingen hinter Tschechien auf Platz zwei liegend in den Schlussspurt und mussten sich hauchdünn der Ukrainierin Olena Pidgruschna beugen. Als Sie im Schnee lagen – überwog die Freude über Bronze oder der Ärger über das verpasste Silber?

Im ersten Augenblick habe ich, glaube ich, an gar nichts gedacht. Klar habe ich mich anschließend geärgert, dass es so knapp war. Aber der dritte Platz ist richtig genial. Das war ein sehr spannendes Rennen und ich freue mich riesig über unsere Bronzemedaille.

2 Die Grundlage dazu legten Sie mit null Fehlern im abschließenden Stehendschießen. Für Miriam Gössner war das vorhersehbar: „Stehend ist Karo eine Bank“, sagte sie. Dachten Sie ähnlich?

Na ja... Mein Ziel bei der gesamten Übersee-Tour war ja, läuferisch mitzuhalten und am Schießstand zu zeigen, was ich kann. Über mein letztes Stehendschießen in der Staffel freue ich mich deshalb ungemein. Deshalb konnte ich noch auf das Podest laufen. Leider kam ich nach dem Schießen in der Loipe etwas zäh vorwärts.

3 Sie verließen den Schießstand mit 23,6 Sekunden Vorsprung vor der polnischen und 29,9 Sekunden vor der ukrainischen Staffel...

...und dann haben meine Schienbeine sehr weh getan und ich konnte fast nicht mehr laufen, so dass ich ab der Hälfte der letzten Runde schieben musste. Darüber habe ich mich trotz der brutalen Schmerzen anfangs sehr geärgert.

4 Haben Sie auf der Strecke Infos erhalten, wie schnell Polen und die Ukrainie aufholen?

Auf der letzten Runde wusste ich nicht, was hinter mir passiert. Ich habe versucht, einfach zu laufen. Diese zwei Zehntel, die Olena Pidgruschna schließlich schneller war, ärgern mich schon, aber insgesamt überwiegt wie gesagt die Freude.

5 Haben Sie den bronzenen Abschluss noch gefeiert?

Gefeiert? Am Sonntag haben wir uns erstmal ein bisschen mit Gymnastik und Auslaufen erholt und abends etwas zusammengesessen. Allerdings steht uns am Montag ja eine lange Rückreise bevor.

Falk Blesken

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2016-02-14 22:42
Sauer und Siegerland