Kardinal Marx belohnt Flaschenpost-Finder

Geseke/München..  Der Münchner Kardinal Reinhard Marx erhält am Mittwoch Besuch aus seiner alten Schule im westfälischen Geseke. Anlass ist der Fund einer Flaschenpost von 1972, den der damalige Abiturient im Antonianum vergraben hatte, wie das Gymnasium in Geseke mitteilte. Kurz vor Weihnachten hatten Schülerinnen der Klasse 6c die Flasche bei Sanierungsarbeiten im Schulhof gefunden. Ganz oben auf einer vergilbten Liste des Abijahrgangs stand der Name „Reinhard Marx“, darüber ein lateinischer Spruch. Die Schulabgänger hatten das Erinnerungsstück damals für nachfolgende Generationen eingegraben.

Nach dem unerwarteten Auftauchen der Flaschenpost lud der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz die Klasse zum Abendessen ins Erzbischöfliche Palais nach München ein. Die Jungen und Mädchen reisen mit zwei Lehrern in die bayerische Landeshauptstadt. „Wir hätten ja nie gedacht, dass das so einen Hype auslöst und dass wir jetzt tatsächlich dahin fahren“, so die stolzen Finderinnen. Auch Marx erklärte, er freue sich sehr auf den Besuch aus seiner Heimatgemeinde und sei gespannt auf die vielen Geschichten, die hinter dem Fund seiner vor über 42 Jahren vergrabenen Flaschenpost steckten.

„Vor 20 Jahren habe ich selbst einmal anlässlich eines Klassentreffens nach der Flaschenpost gesucht - ohne Ergebnis“, sagte der Kardinal. „Dass unser Abiturspaß mit meiner kleinen lateinischen Rede wieder aufgetaucht ist, hat mich riesig gefreut.“ Die Schülerinnen hatten die Flasche in der Pause am Rande einer kleinen Erdaufschüttung im Innenhof entdeckt. Sie wollen sich nun auch auf dem Schriftstück ­verewigen, hieß es. Es soll dann an derselben Stelle wieder vergraben werden.