Kamen, Westhofen, Dortmund/Unna – Hilfe gegen Stau im Kreuz

Das Autoahnkreuz Dortmund/Unna aus der Vogelperspektive.
Das Autoahnkreuz Dortmund/Unna aus der Vogelperspektive.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
  • Überflieger sollen Verkehrsknoten lösen
  • Einfädelungen bringen den Verkehr zum Erliegen
  • Autobahnkreuz Dortmund/Unna, Westhofener Kreuz und Wuppertal-Nord gelten als Problemfälle

Meschede/Hagen.. Ein Überflieger? Nein. Das genügt nicht. Zwei Überflieger müssen es sein. Wenn, dann richtig. Im Sprachgebrauch gelten Überflieger als Wunderkinder und Hochbegabte. Der Begriff gehört auch zum Vokabular der Frauen und Männer, die Straßen planen. Das überrascht.

Überflieger wie am Kamener Kreuz

Sie verstehen unter einem Überflieger eine direkte zweispurige Verbindung von einer Autobahn auf die nächste. Bestes aktuelles Beispiel fast vor der Haustür ist das Kamener Kreuz mit einem Überflieger: Wer auf der A 2 aus Richtung Hannover kommt und auf die A 1 Richtung Köln will, hat freie Fahrt.

„Das war früher nicht so“, sagt Thomas Rensing, Regionalleiter von Straßen NRW für Ostwestfalen-Lippe, Sauerland-Hochstift und Südwestfalen. „Seitdem das Kreuz so umgebaut worden ist, gibt es viel weniger Staus.“

Stau ist das Stichwort. Autobahnkreuze, die längst an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gekommen sind, die den Verkehr eher aufhalten als abfließen lassen, werden in Zukunft durch Direktverbindungen dieser Art entschärft.

Das Autobahnkreuz Dortmund/Unna (A 1/A 44) ist so ein Fall. Hier besteht vordringlicher Bedarf. Täglich gibt es Stillstand. „Die Schwachstellen liegen da“, erklärt der Bauingenieur, „wo es zu Verflechtungen der Verkehrsströme kommt.“

Die Autofahrer, die von der A 44 aus Richtung Kassel kommen und auf die A 1 Richtung Köln wollen, kreuzen sich mit denen, die auf der A 1 aus Richtung Bremen kommen und auf die A 44 Richtung Kassel wollen. Folge: Rückstau auf der A 44 bis zur Anschlussstelle Unna-Ost. Ähnliches gilt für den Ablauf von der A 44 aus Richtung Dortmund und Weiterfahrt auf der A 1 Richtung Bremen.

Entschärfung am Westhofener Kreuz

Mit zwei Überfliegern soll dem Verkehr an diesem Kreuz Beine gemacht werden. „Der Entwurf ist genehmigt“, sagt der 54-Jährige. „Das Planfeststellungsverfahren soll noch 2017 gestartet werden.“ Der Baubeginn steht in den Sternen. Sein Blick aus dem Sitzungssaal im 3. Stock des Hauses von Straßen NRW in Meschede schweift aus dem Fenster: „Das kann niemand genau sagen.“ Das Jahr 2020 ist angepeilt. 183 Millionen Euro soll der Umbau einschließlich des sechsspurigen Ausbaus vom Autobahnkreuz Dortmund/Unna bis zur Anschlussstelle Unna-Ost kosten.

Preiswerter, für 25,7 Millionen Euro, soll das Westhofener Kreuz mit einem Überflieger von der A 1 aus Richtung Bremen und Weiterfahrt auf der A 45 Richtung Köln entschärft werden. „Der Entwurf ist auf Reisen.“ Nötig ist es. „Alle Prognosen gehen in den nächsten zwanzig Jahren von einer deutlichen Zunahme des Autoverkehrs aus“, weiß Rensing. „Das gilt besonders für die Ost-West-Verbindung A 44.“

Verkehr Zu diesen beiden Bauvorhaben gesellt sich ein drittes: das Autobahnkreuz Wuppertal-Nord (A 1 / A 46). Für Pendler nach Düsseldorf eine bekannte Schwachstelle. Ampeln bremsen die Fahrt von der einen auf die andere Bahn aus. „Das soll sich ändern“, verspricht Rensing. „Allerdings sind die Pläne am wenigsten weit fortgeschritten. Ziel ist es, die Ampelanlagen überflüssig zu machen. Rensing: „Das ist nun wirklich nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen eine kreuzungsfreie Verbindung beider Autobahnen erreichen.“ Die Verwirklichung ist in weiter Ferne. „Seriös lässt sich kein Zeitfenster nennen.“

Auf Autobahnkreuz Olpe fließt der Verkehr

Fehlt in der Sammlung der Autobahnkreuze Olpe (A 45/A 4). Gut ist, es läuft. „Kein Problem. Mir ist nicht bekannt“, versichert Rensing, „dass das Kreuz am Limit ist.“ Hier fließt der Verkehr ohne Überflieger.