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Junioren-Weltmeister Krechel kennt Heubergers Erfolgsgeheimnis

22.01.2013 | 13:09 Uhr
Junioren-Weltmeister Krechel kennt Heubergers Erfolgsgeheimnis
Martin Heuberger formte schon einmal eine Weltmeistermannschaft: Im Juli 2011 konnte er zusammen mit dem Mendener Oliver Krechel den Titel bei der Junioren-WM bejublen.

Menden/Barcelona.   Vor eineinhalb Jahren wurde der Handball-Torwart Oliver Krechel aus Menden mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft Weltmeister. Trainer damals: Martin Heuberger. Der sorgt nun als Männer-Trainer bei der WM in Spanien für Furore und steht mit seinem Team im Viertelfinale. Krechel weiß, warum.

Die Unmengen an goldenen Luftschlangen, sie liegen nach ihrem wilden Tanz durch die Halle ermattet auf dem Boden. Bei denen, die sie zuvor umwirbelten, ist von Müdigkeit allerdings nichts zu spüren - nicht ein winziger Hauch. Die deutschen Handball-Junioren ballen die Fäuste, schreien ihre Freude heraus und wedeln stolz mit schwarz-rot-goldenen Fahnen. In ihrer Mitte glänzt diese elegante Trophäe, mit der Weltmeister geschmückt werden. Und in der hinteren Reihe des Siegerbildes jubelt Arm in Arm Torwart Oliver Krechel mit dem Junioren-Bundestrainer Martin Heuberger.

Gut eineinhalb Jahre sind seit diesem emotionalen Moment in Griechenland vergangen. Eineinhalb Jahre, in denen sich die Wege von Oliver Krechel und Martin Heuberger ziemlich weit von einander entfernten. Während der aus Menden stammende Torwart aktuell beim Drittligisten HSC Coburg spielt, kletterte Heuberger auf der Karriere-Leiter. Aus dem Junioren-Bundestrainer wurde der Bundestrainer. Und als solcher überrascht der 48-Jährige aktuell mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Spanien. Mit dem Viertelfinale am Mittwochabend muss der Triumphzug jedoch nicht beendet sein - meint zumindest Oliver Krechel.

„Sie spielen modernen Handball“

Denn der 23-Jährige erkennt in den bisherigen Auftritten der Deutschen Heubergers Handschrift und sieht Parallelen zur Junioren-WM. „Das ist eine Mannschaft“, erzählt Krechel. So wie sie vor eineinhalb Jahren. „Sie spielen modernen Handball mit einem wahnsinnig schnellen Tempogegenstoß“, sagt Krechel. So wie sie vor eineinhalb Jahren. Heuberger-Handball eben.

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Der Bundestrainer, der wie 2011 auch diesmal in Auszeiten nie laut wird, sondern immer besonnen bleibt, benötigt keine herausragenden Einzelspieler für den Erfolg. Er fördert das Kollektiv - und der 28:23-Erfolg im WM-Achtelfinale gegen Mazedonien lieferte ein Musterbeispiel für die Funktionalität der Heubergerschen Wechselspiele. Als der Gummersbacher Adrian Pfahl in der 23. Minute zur ersten Sechs-Tore-Führung traf (11:5), hatte das schwer auszurechnende deutsche Team schon neun verschiedene Torschützen. Eine Seltenheit im internationalen Handball. Die Absage von Holger Glandorf oder der Ausfall von Uwe Gensheimer? Darüber spricht niemand mehr im deutschen Lager. „Martin achtet auf eine ausgeglichene Mannschaft und weiß seine Bank zu schätzen“, sagt Oliver Krechel dazu.

Dass sein Konzept ohne Persönlichkeiten und erfahrene Spieler wie zum Beispiel Oliver Roggisch , Dominik Klein oder Silvio Heinevetter auf tönernen Füßen stände, weiß auch Heuberger. „Trotzdem fordert er Teamgeist und fordert absolute Zusammenarbeit auch mit den jüngeren, weniger erfahrenen Spielern“, weiß Krechel.

Darauf werde der Bundestrainer auch in der Vorbereitung auf das Viertelfinale Wert legen. „Es wird zwei, drei Videositzungen geben, um den Gegner zu analysieren“, sagt Krechel, „er wird immer wieder an den Teamgeist appellieren und sich vielleicht noch irgendetwas Lustiges ausdenken.“ Lustiges? „Uns teilte Martin vor dem Halbfinale der WM in zwei Gruppen auf und ließ uns jeweils ein Video über unsere Stärken und so drehen“, erinnert sich der Torwart, „die haben wir uns angeschaut und hatten ziemlich viel Spaß.“

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Ob es am Mittwoch zur nächsten Überraschung reichen wird und die Handball-Euphorie in Deutschland weiter zunimmt? „Ich fand es etwas komisch, dass als Minimalziel nur das Achtelfinale ausgegeben wurde“, antwortet Krechel auf diese Frage zuerst. Um anzufügen: „Die Mannschaft ist fit genug und spielte zuletzt eine super Abwehr - ich gönne ihr den Einzug in das Halbfinale wahnsinnig.“ Mit einem Leistungsabfall rechnet der Mendener trotz der Belastungen der vergangenen Tage kaum. Heuberger-Mannschaften können sich während eines Turniers steigern. Das Endspiel gegen Dänemark gewannen Krechel und Co. 2011 klar mit 27:18. „Und das lag keinesfalls nur an den Dänen.“

Falk Blesken

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