Jan-Lennard Struff in Wimbledon gegen Bernard Tomic

Jan-Lennard Struff spielt in der ersten Runde in Wimbledon gegen Bernard Tomic.
Jan-Lennard Struff spielt in der ersten Runde in Wimbledon gegen Bernard Tomic.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
„Ein gesetzter Gegner, aber ich freue mich darauf.“ So kommentierte der Warsteiner Tennis-Profi Jan-Lennard Struff die Auslosung des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon. Er trifft Montag auf Bernard Tomic - und ärgerte am Freitag Andrea Petkovic.

London/Warstein..  Ein Nebenplatz in Wimbledon. Jan-Lennard Struff sitzt im Schatten der grünen Planen, die an den Zäunen als Sichtschutz zum Nachbarareal dienen. Entspannt lehnt sich der Schlacks gegen den Maschendraht. „Es war wirklich ein gutes Training“, sagt der Profi aus Warstein später, „und es war auch super nett von ihr, einzuspringen.“ Die so Gelobte ist Andrea Petkovic, seine spontane Trainingspartnerin an diesem Freitagnachmittag. Auch die Darmstädterin hockt im Schneidersitz auf dem Rasen - allerdings einige Meter weit entfernt.

Dissonanzen?

„Nein, nein“, erklärt Struff lachend. Selbst die Wette der beiden habe nichts damit zu tun. Die Szene - eine Momentaufnahme. Eine zufällige. „Und das Geld wollte ich eigentlich gar nicht annehmen.“

Geld?

20 Pfund wechseln nach der Einheit den Besitzer, weil der Warsteiner eine Wette gegen „Petko“ gewinnt. „Sie hat bei den Aufschlägen einen Ball ins Feld gelegt. Den sollte ich mit zwei Schlägen treffen“, erklärt er. Der Wetteinsatz: 20 Pfund. „Ich habe ihn mit dem ersten Schlag getroffen“, sagt Struff - und schmunzelt.

Die gute Laune der beiden teilen andere deutsche Tennis-Profis nach der gestrigen Auslosung der ersten Runde des am Montag beginnenden Grand-Slam-Turniers nur bedingt. Philipp Kohlschreiber trifft als deutsche Nummer eins zum Beispiel gleich auf den serbischen Weltranglisten-Ersten und Titelverteidiger Novak Djokovic. Bei den Damen kommt es zum deutschen Auftaktduell zwischen der Weltranglisten-Zehnten Angelique Kerber und der aufstrebenden Carina Witthöft.

„Ein deutsches Duell in der ersten Runde ist immer blöd, aber wenn man so viele Spielerinnen im Hauptfeld hat, kann das eben passieren“, sagt Bundestrainerin Barbara Rittner. Die Teamchefin des deutschen Fed-Cup-Teams traut Kerber beim dritten Grand-Slam-Turnier der Saison viel zu. „Wenn sie sich keinen zu großen Kopf macht, kann sie ganz weit kommen“, sagt Rittner über ihre Nummer eins.

Kerber könnte im Achtelfinale auf die Dänin Caroline Wozniacki treffen. Topfavoritin Serena Williams, die in London ihren dritten Grand-Slam-Titel in diesem Jahr anstrebt, befindet sich dagegen in der anderen Turnierhälfte. Die Deutsche reist mit dem Selbstvertrauen vom Turniersieg in Birmingham an die Church Road. Dass sie in dieser Woche die Veranstaltung in Eastbourne ausgelassen hat, war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Zur traditionellen Players-Party am Donnerstagabend erschien die Kielerin wieder gut gelaunt.

Schweinsteiger im Arm

Im schicken blauen Abendkleid sorgte vor der Party allerdings Ana Ivanovic dafür, dass die Verschlüsse an den Kameras heiß klackerten. Die an Position sieben gesetzte Serbin, die in der ersten Runde auf die unbekannte Chinesin Yi-Fan Xu trifft, präsentierte sich erstmals offiziell mit ihrem Freund Bastian Schweinsteiger der Öffentlichkeit. Arm in Arm posierten die beiden für die Fotografen. Zwar hatte der Fußball-Weltmeister des FC Bayern München Ivanovic bereits bei den French Open in Paris begleitet, gemeinsame öffentliche Auftritte aber vermieden.

Andrea Petkovic, zuletzt in Eastbourne im Viertelfinale, trifft in der ersten Runde auf die Amerikanerin Shelby Rogers. Das Duell gab es auch zum Beginn der French Open vor rund einem Monat. Damals gewann Petkovic mühelos in zwei Sätzen. Sabine Lisicki spielt bei ihrem Lieblingsturnier zunächst gegen die Australierin Jarmila Gajdosova. „Das ist ein unangenehmes Los. Da wird Sabine gleich voll gefordert“, sagt Rittner.

Struff bekommt es am Montag mit dem Australier Bernard Tomic zu tun. Erst einmal trafen die beiden aufeinander: vor kurzem beim Turnier in Stuttgart. Struff verlor mit 3:6 und 6:7 knapp. „Ein gesetzter Spieler mit einem taffen Spiel“, kommentiert der Westfale das Los. „Ein schwieriges Match, aber ich freue mich darauf.“ Besonders sein Aufschlag funktioniert schließlich schon ganz gut.