Isolation bis zu einem negativen Test-Resultat

Lippstadt..  E.coli 2MRGN - das war das Darmbakterium, an dem im Juli 2014 ein Frühchen im evangelischen Krankenhaus in Lippstadt starb. Das kleine Mädchen, das bei der Geburt gerade 650 Gramm wog, konnte auch mit Reserve-Antibiotika und einer Operation nicht mehr gerettet werden. Weitere 14 zwischenzeitlich mit dem Bakterium besiedelte Babys blieben wegen ihres entwickelteren Immunsystems gesund. Trotz intensiver Suche mit Hilfe des nationalen Referenzzentrums für resistente Erreger wurde - wie meist in solchen Fällen - weder die Quelle des Keims noch der Übertragungsweg gefunden.

Jochen Brink, Geschäftsführer der Lippstädter Klinik, ist überzeugt, dass in der Organisation „nichts grundsätzlich falsch lief“. Dennoch wurden seit dem Todesfall Abläufe verändert: Es gibt kein spezielles Aufnahmezimmer mehr. „Das verringert die Verlegungshäufigkeit.“ Und beim zuvor schon üblichen Eingangsscreening auf Keime werden bis zum Ergebnis, das nach ein bis zwei Tagen vorliegt, alle Patienten behandelt, als seien sie Keimträger. Das heißt: Isolation bis zu einem negativen Test-Resultat.