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Industrie- und Handelskammern fordern den sechsspurigen Ausbau der A 45

12.06.2012 | 12:25 Uhr

Hagen.   Die Industrie- und Handelskammern Siegen, Dortmund und Hagen haben eine Resolution verabschiedet, in der sie den sechstreifigen Ausbau der A 45 fordern. Die Kammern fürchten den Infarkt der Autobahn. Staus sind an der Tagesordnung.

Ablastung. Ein neues Wort, mit dem sich Unternehmen in Südwestfalen beschäftigen müssen.

Ralph Helsper, Leiter Verkehrswirtschaft der SMS Siemag AG in Hilchenbach- Dahlbruch, hat es getan. „Wir dürfen nur noch Teile mit Lastwagen auf der Sauerlandlinie transportieren, die nicht mehr als 44 Tonnen wiegen .“ Also Ablastung? Teile, und das sind nicht wenige, die mehr wiegen, 50, 100 oder 200 Tonnen, müssen auf irgendwelchen Wegen über Bundes- und Landesstraßen das Werk verlassen.

„Das ist wie im Kongo“, sagt Helsper, „wir suchen uns täglich unsere Route. Die A 45 ist für unsere schweren Teile längst tot.“ Dass ein Weltkonzern dies nicht auf Dauer hinnehmen kann, versteht auch der Wirtschaftslaie. „Natürlich“, sagt Helsper, „gibt es bei uns im Haus Überlegungen, Teile der Produktion nach Duisburg zu verlegen.“ Drastisch und eindringlich beschreibt Helsper auf der ersten gemeinsamen Zusammenkunft der Industrie- und Handelskammern aus Hagen, Siegen und Dortmund und unserer Zeitung zum Thema A 45 das tägliche Kreuz mit der Sauerlandlinie.

Die Sauerlandlinie stößt jeden Tag an die Grenzen ihrer Belastung

Nicht die einzige Stimme, die an diesem Abend in Hagen ein düsteres Bild malt, wenn, ja wenn sich der Zustand der Autobahn in den nächsten Jahren nicht verbessert. Die Sauerlandlinie stößt jeden Tag an die Grenzen ihrer Belastung . Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung mahnen den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn an. „Infrastruktur“, sagt Willi Brase, DGB-Chef von Südwestfalen und SPD-Bundestagsabgeordneter, „ist eine Frage von Standortbedingungen. Der Verkehr muss fließen. Wenn nichts passiert, werden die Arbeitnehmer zu den Verlierern gehören.“ Heftige Kritik übt Brase an Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU): „ So viele Ortsumgehungen hat es in Bayern noch nie gegeben. Das ist eine Frechheit.“

Die A45 von oben

Nicht nur ihm stößt die Vernachlässigung der Sauerlandlinie sauer auf. Die Bürgermeister von Freudenberg und Lüdenscheid, Eckhard Günther und Dieter Dzewas, haben im Hagener Oberbürgermeister Jörg Dehm einen Verbündeten. Gemeinsam wollen alle Druck machen, damit in den nächsten 15 Jahren was passiert. Druck, den die Ministerien in Düsseldorf und Berlin brauchen. Ekhart Maats, Abteilungsleiter in Düsseldorf, fordert dazu auf: „Schreiben Sie uns. Werden Sie lästig.“ Der Anfang ist gemacht.

Joachim Karpa


Kommentare
12.06.2012
21:51
Industrie- und Handelskammern fordern den sechsspurigen Ausbau der A 45
von xxyz | #3

Wer das Regierungsprogramm liest, sieht doch, dass Arbeitsplätze und wirtschafliche Probleme die Regierung nicht interessieren. Mittel für die Verkehrsinfrastruktur werden nicht abgerufen und selbst Projekte wie die schnelle S-Bahn zwischen Köln und Dortmund starten nicht. Das sollte eigentlich schon 2006 zur WM funktionieren.
Dafür werden unsere Reichen mit freien Kindergartenplätze subventioniert, und es wird viel Geld in sinnlose Spielwiesen gesteckt (z.B. Inklusion um jeden Preis)

12.06.2012
21:01
Industrie- und Handelskammern fordern den sechsspurigen Ausbau der A 45
von cheesy1984 | #2

Naja wenn die selben Unternehmen auch alle Brav VOLLE Steuern zahlen, dann ist es OK zu fordern, aber gemessen am Beispiel Bergisch Gladbach (wo Millionen und Milliardenunternehmen wie z.B. Krüger kaum oder sogar keine Steuern zahlen), wäre es wieder typisch. Nix zahlen, aber Infrastruktur fordern...

Siehe Reportage: http://www.youtube.com/watch?v=sV0CMZBeBIM

12.06.2012
16:24
Das SPD Politiker Brase
von traurigeWahrheit | #1

sich über Ramsauer aufregt, wundert mich schon ein wenig. Denn Ramsauer macht nur das, was SPD Politiker auch immer machen: Es wird hauptsächlich da Geld verteilt, wo die Leute auch die jeweils richtige Partei wählen. Man kann also sagen, Ramsauer erkauft sich heute seine Wiederwahl in Bayern.
In NRW ist es ähnlich, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Die SPD hatte in der Vergangenheit für Südwestfalen nichts übrig und hat stattdessen lieber intensiv das Ruhrgebiet gefördert. Der grund sind die Wahlergebnisse, nichts anderes!
In Südwestfalen gibt es richtige CDU Hochburgen, sowas wurde noch von jeder rotgrünen Regierung in Düsseldorf bestraft.
Ein Tipp: Vielleicht sollte man Ramsauer mal sagen, das die CDU in der Vergangenheit ordentliche Ergebnisse in Südwestfalen erzielt hat, vielleicht wird es dann ja doch noch was mit dem berechtigten Wunsch einer sechsspurigen Autobahn.

1 Antwort
Industrie- und Handelskammern fordern den sechsspurigen Ausbau der A 45
von jcm | #1-1

Soso, erst kommen hier Verschwörungstheorien (bzgl. Südwestfalen) auf den Tisch - und dann wird die - als verkehrstechnisch total falsches Signal zu bewertende Versiegelung weiterer Flächen - auch noch als "berechtigter" Wunsch bezeichnet. Damit die rollenden Lagerhäuser noch mehr zunehmen können?
Naja, das Auto, des Deutschen liebstes Kind - noch weit vor den wirklichen Kindern...

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