Immobilienpreise in Südwestfalen ohne Werteverfall

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Neuer LBS-Immobilienspiegel bringt überraschende Ergebnisse: Preise für gebrauchte Eigenheime in Meschede am stärksten gestiegen. Zuzug in die Region.

Südwestfalen.. NRW-weit ist Südwestfalen am Immobilienmarkt eine vergleichsweise preisgünstige Region. Dabei gilt die Regel: je näher an der Autobahn 45 gelegen, desto teurer. Das schließt Preissprünge im Jahresvergleich nicht aus, wie der jüngste LBS-Immobilienspiegel beweist.

In den vergangenen 12 Monaten sind danach die Preise für gebrauchte Eigenheime im Sauer- und Siegerland am deutlichsten (+20 Prozent) in Meschede gestiegen - und das bei einer Preisspanne von 40.000 bis 180.000 Euro, wie die Immobilientochter der LBS West mitteilte. Das widerspricht oft geäußerten Befürchtungen vor den besonders negativen Auswirkungen des demografischen Faktors in der Region - und drohendem Werteverfall.

Gesunde mittelständische Struktur

„Das hat uns selbst positiv überrascht“, erklärt Christian Schröder von der LBS in Münster: „Entscheidend ist oft die gesunde mittelständische Struktur einer Region in Verbindung mit einer guten Arbeitsmarktlage und einer vernünftigen Autobahnanbindung. Das erzeugt Zuzug, und das scheint in Meschede der Fall zu sein.“ Laut Schröder geht es im Sauer- und Siegerland mit den Immobilienpreisen „nirgends richtig runter - meistens eher seitwärts“. Die Bevölkerungsprognosen würden aktuell nach oben korrigiert, aber auch im Sauerland gebe es natürlich Kommunen, „die etwas tun müssen.“

Dennoch gehört Meschede damit für Kaufwillige noch zu den preisgünstigsten Städten der Region. Ebenfalls preislich relativ moderat, aber mit Aufwärtstendenz sind den Angaben zufolge Brilon mit +4,3 Prozent (65 000 bis 170.000 Euro) und Siegen (+4,1 Prozent/65.000 bis 205.000 Euro. Lüdenscheid (+6,25 Prozent/120.000 bis 220.000 Euro) und Iserlohn (+3,3 Prozent/80.000 bis 220.000 Euro) gelten neben Hagen und Olpe als teuerste Immobilien-Standorte in Südwestfalen.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen in der Region verzeichnet die Landesbausparkasse Preissteigerungen zwischen 70 und 135 Euro pro Quadratmeter in Olpe, Siegen, Meschede, Iserlohn, Brilon und Arnsberg.

Höherwertige Bauweise

Schröder führt das auf die höherwertige Bauweise vieler Eigentumswohnungen in den vergangenen Jahren zurück - das sei Trend bei den Investoren. Man baue barrierefrei, energieeffizient, der Stellplatznachweis verursache Kosten, die Grundstückspreise seien ebenso gestiegen wie die Grunderwerbssteuer. „Das treibt die Preise in die Höhe.“

Immer weniger Umsatz macht die LBS dagegen mit dem Neubau - in Südwestfalen ein Verhältnis von 6:1 im Vergleich zur Gebrauchtimmobilie. Besonders stark wird der Rückgang der Neubautätigkeit in der Region ausfallen - das zeichnet sich an den Wohnungsbau-Genehmigungen ab, die das Landesamt für Statistik herausgibt (IT NRW).

Liegt das Minus landesweit bei acht Prozent, so beträgt der Rückgang im Regierungsbezirk Arnsberg im Vergleich zu 2013 satte 22,4 Prozent auf 5881 Einheiten insgesamt, davon in Ein- und Zweifamilienhäusern 21,6 Prozent, in Mehrfamilienhäusern sogar fast 27 Prozent. Die Stadt Hagen wies laut IT NRW eine Baugenehmigungsquote (genehmigte Wohnungen je 10.000 Einwohner) von nur 5,5 Prozent auf, der Märkische Kreis von 7,4 Prozent. In Münster betrug die Quote 52,6 Prozent.