„Ich hatte echt Schiss“ - Training mit Basketball-Profis

Was wir bereits wissen
Die Ansprache ist direkt. Nicht im Ton eines Bundeswehr-Feldwebels etwa, aber - ähnlich schneidig. „Es wird auch ein paar Übungen geben, die Spaß machen“, sagt Ingo Freyer ohne den Hauch eines Grinsens im Gesicht.

Hagen.. Die Ansprache ist direkt. Nicht im Ton eines Bundeswehr-Feldwebels etwa, aber - ähnlich schneidig. „Es wird auch ein paar Übungen geben, die Spaß machen“, sagt Ingo Freyer ohne den Hauch eines Grinsens im Gesicht. Nur wenige Minuten alt ist das „Spiel mit dem Feuer“, das gemeinsame Training mit den Bundesliga-Basketballern von Phoenix Hagen, welches 15 Leserinnen und Leser der Westfalenpost gewinnen konnten, als Coach Freyer die eventuell vorhandenen letzten Zweifel ausräumt. Eine reine Jux-Veranstaltung steht in der Rundturnhalle Hohenlimburg nicht bevor.

Stimmung auf der Tribüne

„Ich hatte vorher echt Schiss“, sagt Andrea Tegen knapp zwei Stunden später erleichtert. Die 53-jährige Hagenerin ist an diesem späten Nachmittag die Alterspräsidentin und kommt bei Freyers Ansprache kurzzeitig noch mehr ins Grübeln, ob sie den Anforderungen gerecht werden kann. Knapp 120 Minuten gemeinsames Training mit teils hünenhaften, durchtrainierten Basketballern, Übungen, welche die jungen Profis fit für den anstrengenden Liga-Alltag machen. Andrea Tegens Blick auf die herum liegenden Springseilchen verrät ein gewisses Unwohlsein.

Doch Freyer und sein Co-Trainer Steven Wriedt finden auch bei der zweiten Auflage der erfolgreichen Aktion den perfekten Mittelweg. Aufwärmen, Einpassen - ein Scherz hier, eine klare Ansage inklusive Bestrafung für Ballverluste da. Die Übungsform „Fangen“ bringt die Phoenix-Profis endgültig ins Schwitzen, ihre Trainingsgäste teilweise an erste Grenzen. „Die können gut schlafen heute Abend“, sagt Steven Wriedt grinsend.

Auf der Tribüne bringt das Spielchen die zahlreichen Fans in Stimmung. Zumal sich Andreas Lüdicke erfolgreich aller Versuche entzieht, gefangen zu werden. Er sticht nicht nur mit seinen rot beschnürsenkelten schwarzen Turnschuhen hervor, sondern erfährt lautstarke Unterstützung auch durch seinen Neffen, der bei der „Spiel mit dem Feuer“-Premiere im vergangenen Jahr als „Lüüüü“ Kultstatus erlangte und sich die erneute Auflage natürlich nicht entgehen lässt.

Privat-Duell mit Larry Gordon

Den Bundesligisten so hautnah zu erleben, ist eine seltene Gelegenheit. Dementsprechend erschöpft, aber glücklich zeigen sich die Gewinner nach dem abschließenden Turnier mit gemischten Mannschaften. „Das ist schon toll, so etwas erleben zu dürfen“, sagt Rainer Dahm, „außerdem kann man die eine oder andere Anregung gut für das eigene Training gebrauchen.“ Michael Stiemel erklärt: „Das gesamte Umfeld war klasse.“ Der Sportlehrer an der Gesamtschule Letmathe hatte sich zur Freude seiner Schüler extra auf das „Spiel mit dem Feuer“ vorbereitet, indem er den Unterricht nicht nur vom Rand aus begleitete. „Eine super Atmosphäre. Die Phoenix-Spieler machen den Eindruck, als hätten sie auch richtig Spaß“, ergänzt seine Ehefrau Cordula.

Haben sie. Und einer ganz besonders. Als Nils Meier sein Idol Larry Gordon nach Trainingsende noch um einen kleinen Dunking-Wettbewerb bittet, ist der US-Amerikaner sofort mit Begeisterung dabei. „Ich finde das ziemlich cool“, sagt Meier, der in Meschede wohnt und die weiteste Anreise hatte, „die gehen mit uns ganz normal um.“ Worum es geht im Privat-Duell? „Um die Basketball-Ehre“, sagt der 16-Jährige - grinsend. Und auch Andrea Tegen verlässt die Halle sehr gut gelaunt. „Es hat super viel Spaß gemacht“, sagt sie. Nach dem Smalltalk mit Ingo Freyer, der sein fröhliches Grinsen jetzt nicht mehr verbergen muss.