Hundertwasser-Erfolg raubt Kunstquartier die Luft

Hagen..  Der Erfolg raubt dem Museum quasi die Luft: Weil die Ausstellung „Lebenslinien“ des berühmten österreichischen Malers und Umweltaktivisten Friedensreich Hundertwasser im Hagener Osthaus-Museum so erfolgreich ist und Massen an Besuchern anzieht, herrscht dort jetzt bisweilen Sauerstoffmangel und zu hohe Luftfeuchtigkeit. Zwei Seniorinnen hatten wegen Kreislaufproblemen bereits Schwächeanfälle. Jetzt hat das Museum Konsequenzen gezogen. Zur besseren Belüftung wurden Extra-Schächte eingebaut, die vom Dach des benachbarten Emil-Schumacher-Museums hinein ins Osthaus-Museum führen. Und auch die Ausstellung wurde in Teilen neu organisiert: In den Bereichen, in denen es tiefere Decken gibt, wurden einige Werke umgehängt, damit sich die Besucher dort nicht zu sehr drängeln. „Sauerstoffgehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden mehrmals täglich kontrolliert“, versichert Hagens Kulturdezernent Thomas Huyeng. Nicht nur wegen der Gäste, sondern auch wegen der Kunstwerke, die sonst Schaden nehmen könnten. Mit den Maßnahmen kann die Ausstellung nun ohne Abstriche in die Verlängerung bis Pfingstmontag gehen. Die ist für Hagen ein Riesenerfolg: Gestern wurde die 55 555. Besucherin begrüßt; allein an Himmelfahrt kamen 860 Interessierte.

Die farbenfrohe Hundertwasser-Werkschau mit 130 Exponaten stelle alles bislang im Hagener Kunstquartier Gezeigte in den Schatten, betont der Museumsdirektor Dr. Tayfun Belgin.