Haus und Hof geräumt: Ein Fall für den Abrissbagger

Gronau/Menden..  Für Christa Grewe und den elterlichen Hof ist der Ölunfall von Gronau zur Katastrophe für die Familie geworden: Sie verlieren ihr Zuhause, ihre Heimat.

Christa Grewe, die in Menden lebt, spricht von einer „schwierigen Situation“: Das Gehöft, auf dem sie groß geworden ist, liegt auf dem verseuchten Gelände. Haus und Hof sind so gut wie leer geräumt, geben nur noch eine Geisterkulisse ab, denn: Wegen des austretenden Öls musste die Familie die Gebäude und das Gelände aufgeben und verlassen. Grewes Vater lebt seit dem in einem Hotel; der 85-Jährige komme trotzdem tagsüber auf den Hof: „Er kümmert sich immer noch ums Haus, als wenn es noch seins wäre“, berichtet Tochter Christa Grewe. Dabei ist der Hof inzwischen Eigentum der Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen (SGW); sie hat die Immobilie, die wohl abgerissen wird, aufgekauft. „Vielleicht bleibt die Scheune stehen. Als Unterstellplatz für Baugeräte und -fahrzeuge.“

Beim Aufräumen, hinter einem Schuppen, war Ostern 2014 die erste Öllache auf dem Familiengrundstück entdeckt worden. „Es war schnell klar, dass der Ackergrund verseucht ist“, blickt Christa Grewe. „Der Ölgeruch liegt immer noch in der Luft“, schildert sie.

Unwiederbringlich verloren

In einem Monat, so hofft sie, sind die Umbauarbeiten an einem „neuen, kleineren Hof“ soweit fertig, dass ihr Vater einziehen kann. Ein Scheune gibt es auch. „Für zwei Pferde wird es reichen“, schaut Christa Grewe nach vorne – und weiß doch: Ihr altes Zuhause ist unwiederbringlich verloren.