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Hammerschmidt-Schwestern üben Kritik am Ski-Verband

27.12.2012 | 20:07 Uhr
Hammerschmidt-Schwestern üben Kritik am Ski-Verband
Die Winterberger Biathlon-Zwillinge Janin (links) und Maren Hammerschmidt setzen sich auch optisch voneinander ab.Foto: Falk Blesken

Winterberg.   Die Winterbergerinnen Maren und Janin Hammerschmidt starten derzeit zwar nur im Deutschlandpokal, hohe Ziele haben sie aber weiterhin. Und sie kritisieren den Deutschen Ski-Verband für dessen Nominierungspraxis.

Der Anblick lässt sogar den Manager in Verzückung geraten. „Ich glaube, ich träume“, sagt Stephan Flock. Er mustert Maren sowie Janin Hammerschmidt einmal, zweimal - als beträten wildfremde Menschen den Raum und nicht die von ihm betreuten Winterberger Biathlon-Zwillinge. Zwei 23-jährige junge Damen fluten den Frühstückssaal im Hochsauerland mit Charme und guter Laune. Keine tief ins Gesicht gezogene uniforme Pudelmütze stört, kein alles Weibliche verwischender Ski-Anzug, kein Gewehr auf dem Rücken.

Blond, Biathlon - unwillkürlich sorgt diese Kombination allerdings für Gedanken an die zurückgetretene Königin dieser Sportart, an Magdalena Neuner. „Aber es wird keine Neuner II geben“, sagt Maren Hammerschmidt, „und die Medien sollten aufhören, eine zu suchen.“ Ihre Schwester Janin ergänzt: „Außerdem sind wir eigentlich zu weit von der Spitze entfernt, um zu diesem Thema Erklärungen abzugeben.“

Sie gehört auf Grund einer langwierigen Verletzung in der vergangenen Saison derzeit nicht einmal zur zweiten Garde in Deutschland, während Maren vor wenigen Wochen in Östersund erneut im Weltcup startete. „Neidisch bin ich deswegen nicht“, sagt Janin, „Maren hat sich ihre bisherigen Nominierungen hart erarbeitet.“ Noch vor zwei Jahren hätte sie sich eventuell verbissener über das Auseinanderdriften der Karrieren geäußert. „Damals war der Konkurrenzgedanke ziemlich präsent“, sagt sie. 21 Jahre die gleichen Freunde, die gleiche Schule, der gleiche Sport - was anderen Zwillingen die Freudentränen in die Augen treibt, entwickelte sich zur Belastung für sie.

Auch optisch versuchen die Zwillinge, sich voneinander abzusetzen

Deshalb wechselte Maren zur Trainingsgruppe von Ricco Groß nach Ruhpolding, während Janin sich in Mittenwald der von Magdalena Neuner anschloss. „Wir sind nicht die klassischen Zwillinge“, sagen beide unisono. Als bedürfe es eines optischen Belegs, trägt ­Maren eine blaue Jeans zum grauen Pullover, während Janin die Farbkombination Rot/Weiß wählt. Jeweils mit passend zum Oberteil lackierten Fingernägeln und hochhackigen Stiefelletten.

„Wir verstehen uns viel besser“, sagt Maren, „und wir versuchen, uns gegenseitig zu helfen, wenn wir gemeinsam antreten.“ Weil sie nach einer traumhaft erfolgreichen ersten Jahreshälfte mit dem Gesamtsieg im IBU-Cup und den ersten Weltcup-Starts in ein kleines Tief rutschte, kämpfen sich die Zwillinge derzeit durch den drittklassigen Deutschlandpokal.

Sauer auf den Deutschen Ski-Verband

Und plötzlich weicht die gute Laune, plötzlich formuliert besonders Maren Kritik am Deutschen Ski-Verband. Weil sie vor wenigen Tagen die Plätze drei und eins belegte, hätte sie sich ab Januar zumindest einen Startplatz im IBU-Cup gewünscht. „Aber dort, in der zweiten Liga, darf in dieser Saison nur Evi Sachenbacher-Stehle starten - und ab Januar Carolin Hennecke“, sagt Hammerschmidt.

„Der DSV wird seine Gründe haben, aber die wurden uns nicht mitgeteilt. Wir können dadurch keine internationale Erfahrung sammeln.“ Ebenso unverständlich erscheint den Zoll-Beamtinnen, statt sechs nur fünf Starterinnen für die kommenden Heim-Weltcups zu nominieren. „Der DSV ist ein super Partner, aber zwei, drei Entscheidungen sind nicht nachvollziehbar“, sagt Maren. Ihr Manager ist darüber allerdings gar nicht mehr so verzückt.

Falk Blesken



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