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Demographie

Hagener diskutierten auf "Bürgergipfel" in Berlin

17.02.2013 | 18:42 Uhr
Hagener diskutierten auf "Bürgergipfel" in Berlin
Diskussion an der Pinnwand beim Bürgergipfel in Berlin: Melanie Purps (stehend zweite von rechts), eine von vierzehn Teilnehmern aus Hagen.Foto: BMBF

Hagen/Berlin.   Auf einem Bürger-Gipfel in Berlin wurden Folgen und Chancen des demografischen Wandels diskutiert. Vierzehn Teilnehmer aus Hagen waren bei der Suche nach Antworten dabei.

Die Bundesregierung will wissen, was das Volk denkt, wenn es um die Bewältigung der Probleme geht, die der demografische Wandel auslöst. „Deutschland ist in Europa das Land mit der ältesten Bevölkerung“, sagt Staatssekretär Georg Schütte vom Bundesbildungsministerium, „weltweit sind nur die Japaner älter.“ Schütte, das am Rande, war von 1995 bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen.

Zwei Millionen Euro gibt das Ministerium aus, um bundesweit mit Bürgern in sechs Städten, darunter auch Hagen,über Lösungen und Vorschläge für ein ideenreiches und innovatives Land in Zukunft ins Gespräch zu kommen. In der Kalkscheune in Berlin, der Veranstaltungsort steht in keinem Zusammenhang mit der Sache, haben Frauen und Männer auf einem abschließenden Gipfel am Wochenende ihre Forderungen an die Politik formuliert - mit dabei vierzehn Teilnehmer aus Hagen.

Bürgergipfel
Zukunft im Blick - von Joachim Karpa

Im Dialog sucht die Bundesregierung nach Antworten für den Umgang mit dem demografischen Wandel und seinen Folgen. Wenn die Ergebnisse in die Arbeit des Bundesbildungsministeriums einfließen, sind die zwei Millionen Euro in bürgernahe Beteiligung gut investiert.

„Was mir sofort einfällt?“, fragt Melanie Purps zurück. „Sprachkurse für Kindergärten.“ Und? Die 41-Jährige spricht sich für eine stärkere Berücksichtigung von 55plus in der Wirtschaft aus. „Bei Ausschreibungen sollte nicht nur die Zahl der Ausbildungsplätze eines Unternehmens eine Rolle spielen, sondern auch die Zahl der älteren Mitarbeiter.“

Generationentreffpunkte und Austauschbörsen

Dass in Berlin eine Stärkung und Förderung des Ehrenamts zur Sprache gekommen ist, unterstreicht ihre Arbeit als Vorsitzende der Freiwilligen-Zentrale in Hagen. „Ich kehre motiviert aus Berlin zurück. Es war eine gute Gelegenheit, mit anderen laut zu denken. Nicht jeder Ansatz ist mangels Geld gleich abgebügelt worden.“

Nicht kostspielig ist die Idee, die Christine Dahmen unterstützt. Die 22-jährige Studentin aus Hagen, sie studiert im 5. Semester Jura in Osnabrück, macht sich für Generationstreffpunkte in den Städten stark. „Eine zentrale Anlaufstelle fördert den Austausch zwischen Jung und Alt und baut Vorurteile zwischen den Generationen ab.“ Vorstellbar seien gegenseitige Hilfestellungen genauso wie Austauschbörsen. Ein gelebter Generationenvertrag, der Vertrauen aufbaue und Distanz verringere: „Das schafft mehr Akzeptanz unter den Generationen.“

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Als eine Alibi-Veranstaltung für die Politik empfindet die junge Frau den Bürgerdialog nicht. Sie sieht die Initiatoren jetzt in der Bringschuld. „Wenn die Teilnehmer im Nachhinein spüren, ihre Ideen werden gar nicht weiter verfolgt, hat die ganze Veranstaltung nichts gebracht.“ Sie selbst habe einen anderen Blickwinkel auf den demografischen Wandel bekommen. „Vorher habe ich mich damit nicht beschäftigt.“ Christine Dahmen war wie alle anderen Teilnehmer auch, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden.

Report soll nicht im Ministerium versanden

Staatssekretär Schütte verspricht, dass der 59-seitige Report mit den Vorschlägen der Bürger „nicht im Ministerium versanden wird“. Bereits beim Demografie-Gipfel der Bundesregierung im Mai würden sie in die Gespräche einfließen. „Wir machen kein Versteckspiel. Wir halten mit den Teilnehmern Kontakt und informieren sie darüber, inwieweit ihre Arbeit Früchte trägt.“ Beim Staatssekretär ist ein Vorschlag hängen geblieben: „Die Schaffung lokaler Bildungsbündnisse, an denen Schulen, Wirtschaft und Kommunen mitarbeiten, um den Einstieg in den Beruf zu erleichtern.“

Der Bürger-Gipfel formuliert das am Ende so: Er fordert ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für alle Schüler mit begleitenden Angeboten zum Berufseinstieg.

Joachim Karpa



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