Hagen: Geburtswehen im Winter-Stau

Hagen..  Der Winter ist gestern mit Macht nach Südwestfalen zurückgekehrt. Straßen wurden zu gefähr­lichen Rutschbahnen, Pkw- und Lkw-Fahrer mussten sich im morgendlichen Berufsverkehr in Geduld üben.

Keine Zeit mehr hatte ein Neugeborener in Hagen. Seine Mutter hatte am Morgen im Stadtgebiet mit starken Wehen im Stau gestanden. Rettungssanitäter der Feuerwehr brachten die hochschwangere Frau mit Blaulicht ins Krankenhaus. Zwei Stunden später erblickte der Nachwuchs das Licht der Welt.

Zwar mit Licht, aber ohne ­Winterreifen war so mancher ­Autofahrer in Hagen unterwegs. Die Quittung bei einer Polizeikontrolle: 60 Euro Bußgeld und ein Punkt bei der Verkehrssünder-Kartei in Flensburg.

Weil die Start- und Landebahn am Dortmunder Airport total vereist war, konnten am Morgen mehrere Passagiermaschinen nicht landen. Vier Flugzeuge der Gesellschaft Wizz Air wurden nach Paderborn-Lippstadt umgeleitet. Die 630 Passagiere aus Osteuropa wurden nach der Landung in Bussen nach Dortmund transportiert. Im Laufe des Vormittags kam es auch auf dem Flughafen in Büren-Ahden aufgrund heftigen Schneefalls zu Abflug-Verspätungen. „Alle Winterdienstmitarbeiter arbeiten rund um die Uhr“, so Sprecherin Elke Rawisch de ­Terán.

Die Polizeidienststellen in ­Südwestfalen zählten bis zum ­Nachmittag etwa 130 Unfälle. In Iserlohn kam nach Polizeiangaben ein LKW ins Rutschen und riss sich den Tank auf. 1000 Liter Diesel ­liefen aus.

Nach den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes muss auch in den kommenden Tagen mit weiteren Schneeschauern und verbreitet überfrierender Nässe gerechnet werden. In höheren Regionen, so Meteorologin Ines von Hollen, sind Schneeverwehungen nicht ausgeschlossen.