Google löscht Anfrage nach Assad-Autogramm

Siegen..  „Ich wünsche Ihnen und Präsident el-Assad Gesundheit, Glück und Wohlstand“, mit diesem Gruß endet eine E-Mail, die ein Siegerländer 2011 an den Assistenten des Despoten schickte. Er bat darin um ein Foto, das der syrische Präsident doch unterschreiben möge. Die Zeilen des Autogrammjägers und heutigen Lokalpolitikers wirken skurril. Wenige Tage nach der Mail eskalierte der Bürgerkrieg in Syrien. 18 Monate später gab es 10 000 Tote. Deshalb begann Wikileaks Dokumente aus dem Umfeld der syrischen Regierung öffentlich ins Netz zu stellen. Zwei Millionen E-Mails. Darunter auch der Autogrammwunsch des 27-Jährigen. Er sei interessiert an Politik und sammele Unterschriften, schreibt er. Die Details sind über Google zu finden. Deshalb klagte der Siegerländer gegen den Konzern. Der Arbeit als Kommunalpolitiker sei das Suchergebnis nicht zuträglich, sagte Richter Dirk Kienitz am Montag nach der Verhandlung zu den Beweggründen. Die Parteien einigten sich auf einen Vergleich. Google wird die Links zu Autogrammwünschen an Assad löschen. Beim Gütetermin verwies Richter Kienitz auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Sommer 2014, das den Bürgern auch im Internet ein „Recht auf Vergessen“ zugesteht. Innerhalb von zwei Wochen muss die Google-Zentrale aus den USA dem Vergleich zustimmen. Erst dann wird das Suchergebnis gelöscht. Bei Wikileaks werden sie weiter zu finden sein.