Gericht stoppt Umsiedlung von 20 Saatkrähen-Nestern in Soest
19.02.2013 | 16:07 Uhr 2013-02-19T16:07:15+0100
Soest. Es sollte endlich Ruhe einkehren am Clarenbachpark in Soest. Die Stadt wollte etwa 200 Saatkrähenpaare zum Umzug an einen anderen Standort bewegen. Denn die Krähen wecken die Anwohner seit Jahren früh morgens auf. Nun hat das Verwaltungsgericht Arnsberg die Umsiedlung vorläufig untersagt.
Am frühen Morgen hatte die Zwangsräumung bereits begonnen: Um 8 Uhr rückten Baumkletterer am Montag am Soester Clarenbachpark an, schnitten dort Krähennester aus den Bäumen heraus. Etwa 20 davon sollten versetzt werden - in die Baumkronen auf einem etwa 1,5 Kilometer entfernten Bahngelände. In der Hoffnung, dass die Saatkrähen ihren Nestern dorthin folgen. Um den Bürgern ihre Ruhe zurückzugeben, wollte die Stadt Soest auf ein in Deutschland neues Verfahren setzten.
Doch die Stadt kam nicht weit. Nur fünf Nester konnten auf den Bäumen entfernt werden, bevor das Verwaltungsgericht Arnsberg eingriff. Per Eilantrag hatte ein Anwohner, der Lärmbelästigungen befürchtet, den Stopp der Umzugsaktion gefordert. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat der Stadt Soest daraufhin vorläufig untersagt, Saatkrähennester in Bäumen am Clarenbachpark zu versetzen. Nach Gerichtsangaben soll es in "näherer Zukunft" eine endgültige Entscheidung geben.
Stadt Soest hofft auch eine schnelle Entscheidung
Saatkrähen sind in Deutschland selten geworden. In Soest allerdings wurden bereits im Jahr 2010 etwa 1000 Brutpaare gezählt. Mehr als 200 Paare hat Annette Haverland im vergangenen Jahr allein im Clarenbachpark gezählt. 200 Paare also auf einer Fläche von etwa 2 Hektar, so die Mitbegründerin der Initiative „Krähen zurück in die Börde“. Mehr als 200 Paare mit 3,8 Jungen im Durchschnitt. Das Umweltamt hatte im Jahr 2006 Schallmessungen durchgeführt und festgestellt, dass die zulässigen Grenzwerte um 4.30 Uhr überschritten wurden.
Die Stadt Soest will etwa 200 Saatkrähenpaare zum Umzug an einen geeigneteren Standort bewegen, damit die Bürger wieder zur Ruhe kommen können. Denn die Vögel sind nicht gerade leise. Viele Soester werden morgens von den Krähen geweckt - im Sommer bereits ab 4 Uhr morgens.
Die Umsiedlung schien der beste, der letzte Ausweg. Drei Jahre lang sollten die Nistplätze am Clarenbach jeweils bis Mitte April kontrolliert werden. 7000 Euro sollte die Umsiedlung pro Jahr kosten. Nun wartet die Stadt Soest auf eine schnelle Entscheidung des Verwaltungsgerichts, denn die Krähennester können nur zu bestimmten Jahreszeiten versetzt werden.
11:22
Ich finde es bei mir auch furchtbar. Habe auch Krähen ums Haus oder wenn die nicht da sind dann Tauben. Mir sind die Krähen übrigens lieber. Und die ganze anderen kleiner Vögel, die immer rumpiepsen und wenns wärme wird kommt von neben an der Hahn wieder dazu. Furchtbar! Wäre ich doch lieber neben eine Autobahn gezogen!
Scherz beiseite der Hahn nervt tatsächlich hin und wieder und auch die Tauben, aber im allgemeinen genieße ich es. Wenn man diesen natürlichen Hintergrundsound nicht mag, dann muß man woanders hinziehen, da ist dann auch Lärm, aber anderer. Außer man wohnt am Polarkreis.
Viel schlimmer ist aber die Geldverschwendung, die dort betrieben wird. Raaben oder Krähne zwangsumzusiedeln hat meinen Informationen nach noch nie funktioniert. Sie oder ein anderer Stamm kamen immer wieder und meistens mehr als vorher. Vielleicht sollte man mal überlegen, warum diese Ort für die Vögel so interressant ist.
19:00
Mit ein bisschen Phantasie dürfte sich das Krähenproblen eigentlich schnelle erledigen. Die Anwohner müssten einfach nur mal kreativ Eigeninitiative ergreifen!
17:46
Hauptsache, die Krähen haben gute Rechtsanwälte, die sorgen schon für ein Bleiberecht - in diesem unseren Rechtsstaat.
So schaffen Krähen Arbeitsplätze und erhöhen das Bruttosozialprodukt.
17:03
Das Bild stimmt!
Der gerichtliche Stop per Eilantrag ist auch richtig.
Bleibt zu hoffen, dass das endgültige Ergebnis ebenfalls zu Gunsten der Tiere ausgeht.
Lärm hin oder her, auch wenn es einigen nicht passt:
Es ist Natur!
Wenn die Vögel vor meinem Fenster lärmen würden, wäre ich zwar genervt, aber ich würde nicht auf die Idee kommen Lärmmessungen durch zu führen!
Ist doch wohl nicht ihr ernst, oder?
16:37
so, jetzt stimmt das Bild.