„Gerechtigkeitslücke“ für behinderte Heimkinder

Düsseldorf..  Misshandelte Heimkinder mit Behinderungen erhalten bisher keine Entschädigungen aus den bestehenden Opferfonds. Der Landesvorsitzende des Verbandes Lebenshilfe NRW, Uwe Schummer, sprach von einer „Gerechtigkeitslücke“ und einem „fortwährenden Skandal, der beseitigt werden muss“. Schummer, Behindertenbeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, forderte die Bundesländer auf, ihre Blockade gegen eine Kostenbeteiligung an einem Entschädigungsfonds für behinderte Missbrauchsopfer aufzugeben. Bisher pochen die Länder darauf, dass der Bund die Kosten für Entschädigungen an behinderte Heimkinder tragen soll.

Verband forderte, dass bei einer Regelung behinderte und nicht behinderte Heimkinder gleichgestellt würden. In einem Gespräch hatte Ministerpräsidentin Kraft zuletzt die Bereitschaft zu einer Lösung angedeutet. In den anstehenden Haushaltsberatungen in NRW verlangte die Lebenshilfe nun klare Ansätze.

In zwei Opferfonds für misshandelte Heimkinder von den 50er Jahren an hatten Bund, Länder und Kirchen seit 2012 Geld bereit gestellt. Für Missbrauchsopfer in Pflegeheimen, Psychiatrien und Stationen psychischer Kliniken sahen die Länder – mit Ausnahme Bayerns – aber den Bund in der Pflicht. Deshalb wurden 150 Anträge von behinderten Missbrauchsopfern auf Entschädigung bislang abgelehnt.

Nachdem der Bund 19 Millionen Euro für betroffene Behinderte zurückgestellt hat und auch die Kirchen ihre Unterstützung zusagten, hofft die Lebenshilfe jetzt auf ein Einlenken der Länder für die Übernahme von einem Drittel der Entschädigungen. Landesgeschäftsführer Herbert Frings bezifferte die Entschädigung auf jeweils 15 000 Euro.