Geld muss sichtbar und fühlbar sein

Abschaffung des Bargelds. Peter Bofinger (Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg) führt aus seiner Sicht wichtig Gründe an, warum der „Anachronismus Bargeld“ überwunden werden sollte. Wir sind eine Gruppe von Pädagogen, die im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe mit Menschen zu tun haben, die sich am entgegengesetzten Ende des sozialen Spektrums wie Herr Bofinger befinden. Geld ist für diese Menschen in erster Linie ein Mangel-Thema. Regelmäßiges Taschengeld war für viele von ihnen ein Fremdwort. Es gab also wenige Möglichkeiten, sich im verantwortlichen Umgang mit Bargeld zu üben. Doch gerade der sichtbare und fühlbare Umgang mit etwas derart Theoretischem wie Geld ermöglicht kleinen Kindern einen ersten Zugang zum Bezahlen. Welche Folgen es hat, wenn sich das Geld in Bits und Bytes verwandelt, kann man täglich daran ablesen, wie viele junge Menschen sich im Umgang mit Handys verschulden. Nicht die Abschaffung des Bargelds ist die Lösung, sondern die Bereitstellung des bedingungslosen Grundeinkommens.