Fröndenberger Fußballer gewinnt vor Gericht

Landgericht Arnsberg: Der ehemalige A-Jugend-Fußballspieler Volkan Arslan (rechts) von Grün-Weiß-Menden und sein Anwalt Björn Rüschenbaum (2. von rechts) und die Vorsitzende Richterin Nina Niehaus (2. von links) sowie Richterin Christa Marx und Richter Steffen Kurth.
Landgericht Arnsberg: Der ehemalige A-Jugend-Fußballspieler Volkan Arslan (rechts) von Grün-Weiß-Menden und sein Anwalt Björn Rüschenbaum (2. von rechts) und die Vorsitzende Richterin Nina Niehaus (2. von links) sowie Richterin Christa Marx und Richter Steffen Kurth.
Foto: MATTHIAS GRABEN
Was wir bereits wissen
Das Amtsgericht Menden verurteilte den ehemaligen A-Jugend-Fußballspieler Volkan Arslan zu 1500 Euro Schadenersatz. Er hatte beim Abendtraining mit einem missglückten Schuss einen Wagen getroffen. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Arnsberg muss sich nun der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigen.

Arnsberg/Menden..  Volkan Arslan huscht ein Lächeln über das Gesicht. Der 19-jährige Fröndenberger ist nach der gestrigen Urteilsverkündung der 3. Zivilkammer des Landgerichts Arnsberg sichtlich erleichtert, auch wenn er sich bereits vor der Verhandlung sicher war, keine 1500 Euro Schadenersatz zahlen zu müssen. Dass der Bundesgerichtshof sich nun mit seinem „Kunstschuss“ auf dem Vereinsgelände des DJK Grün-Weiß Menden beschäftigen wird, nimmt er zur Kenntnis.

Fahrlässig gehandelt?

Am 23. September 2013 hatte der damals 17-Jährige auf dem Sportplatz in Schwitten das Spielgerät über den acht Meter hohen Ballfangzaun gedroschen. Der Ball traf das Auto der Mutter eines Mitspielers. Die klagte auf Schadenersatz. Das Amtsgericht Menden verurteilte Volkan Arslan zur Zahlung der Hälfte des Schadens.

Das Amtsgericht argumentierte, dass beim Tritt gegen den Ball und dem anschließenden Abirren des Spielgeräts fahrlässig gehandelt wurde. Dieser Urteilsbegründung kann die 3. Zivilkammer des Landgerichts Arnsberg in der Berufung nicht folgen. Sie weist die Klage ab. Die Vorsitzende ­Richterin Nina Niehaus: „Es ist blöd gelaufen, aber eine rechtswidrige Handlung ist nicht erkennbar.“ Sie spricht von „sozial ­adäquatem Verhalten“ auf dem Trainingsgelände, von einem erlaubten Risiko bei einer derartigen Sportart. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Ball unglücklich getroffen wird.“ Auch Profifußballern passiere das hin und wieder.

Der Anwalt der Klägerin wies vergeblich darauf hin, dass Training nicht mit Spielbetrieb zu vergleichen sei und Volkan Arslan somit fahrlässig gehandelt habe.

Ein gutes Signal

Björn Rüschenbaum, Arslans Anwalt, ist mit dem Urteil zufrieden: „Alles andere wäre ein falsches ­Signal gewesen. Es ist ein Sieg für den Mannschaftssport.“ Niemand müsse Angst haben, „vollen ­Einsatz zu zeigen“.

Auch Dirk Meinker ist erleichtert: „Immerhin werden wir nicht dazu gezwungen, eine Tiefgarage zu bauen“, scherzt der Vorsitzende des DJK Grün-Weiß Menden. In Jubel würde aber kein Vereinsmitglied ausbrechen, fügt er hinzu. Es sei allgemein schade, dass dieser „Wolkenschuss“ überhaupt vor Gericht landete. Die Urteilsbegründung der Arnsberger Zivilkammer empfindet Meinker als „nah am ­Leben“.