Flüchtlingskinder leiden unter Depressionen

Düsseldorf..  Jedes dritte Flüchtlingskind leidet nach Schätzungen der NRW-Landesregierung unter Depressionen oder Angststörungen. Laut einer landesweiten schulärztlichen Untersuchung von Seiteneinsteigern im Sommer 2014 seien von Ärzten „die teilweise schwierigen psychosozialen Lebensumstände“ der Kinder herausgestellt worden, teilte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) in der Antwort auf eine FDP-Anfrage mit. Dabei wurde von Schulärzten ausdrücklich auf die Traumatisierung durch das Erleben von Flucht, Krieg und Gewalt hingewiesen.

Gleichzeitig stellten die Ärzte einen schlechten Zustand der Zähne sowie erhebliche Mängel beim Impfschutz der Flüchtlingskinder fest. Die Kinder stammten in den letzten Jahren vor allem aus Osteuropa, Syrien, Afghanistan und dem Irak. In NRW werden alle zugewanderten Kinder vor der Einschulung vom Gesundheitsdienst schulärztlich untersucht. Für Kinder von Asylbewerbern besteht eine gesetzliche Schulpflicht, nachdem sie einer Kommune zugewiesen wurden. „Zur Beschulung von zugewanderten Kindern ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen stellt das Land – jeweils für den Zeitraum von zwei Jahren – Integrationsstellen zur Verfügung“, erläuterte Löhrmann. Für zwei Seiteneinsteigergruppen ist dies eine zusätzliche Lehrerstelle zur Sprachförderung.

FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel forderte eine grundsätzliche Kostenbeteiligung des Landes an flächendeckenden Impfangeboten. Witzel kritisierte zudem, dass trotz der massiv steigenden Zahl von schulpflichtigen Asylbewerberfamilien sich die Unterstützungsleistungen des Landes in den letzten fünf Jahren nicht im gleichen Umfang erhöht hätten.