Feuerwehr muss Unterkunft aus dem Boden stampfen

Dortmund/Hagen..  Die Probleme mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen nehmen dramatisch zu. Gestern mussten in Hagen drastische Maßnahmen ergriffen werden. Am späten Nachmittag wurde die Stadt aufgefordert, einen Ort zu nennen, an dem zumindest für eine Nacht 350 Flüchtlinge untergebracht werden können. Als klar war, dass dies die Sekundarschule Remberg in der Innenstadt sein würde, heulten die Sirenen. Feuerwehreinheiten wurden zur Hilfe gerufen, um binnen Stunden die Notunterkunft einzurichten. Am Abend kamen dann die Flüchtlinge aus der zentralen Dortmunder Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Hacheney. Zudem hat die Bezirksregierung der Stadt Hagen mitgeteilt, dass die frühere Regenbogenschule im Stadtteil Hohenlimburg für mindestens weitere zwölf Monate eine Flüchtlingsunterkunft des Landes bleiben wird,

Der wegen dreifacher Überbelegung in Hacheney gestern verhängte Aufnahmestopp für Flüchtlinge wurde kurzfristig wieder aufgehoben. Die Einrichtung ist seit heute mit 450 Personen belegt. 300 sollen jetzt in Hagen unterkommen, weitere 100 in Marl. In der Nacht zum Mittwoch hätten 870 Menschen auf dem Gelände geschlafen, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Erstaufnahmeeinrichtung verfüge jedoch nur über 300 reguläre Plätze – plus 50 Notfallplätze. Eine geordnete Weitervermittlung der Menschen sei nicht möglich, weil es in NRW keine ausreichenden Kapazitäten gebe, hieß es. Zudem seien einige Einrichtungen derzeit krankheitsbedingt geschlossen. In der Vergangenheit sei das Haus in Dortmund immer wieder überbelegt gewesen.

Die Bezirksregierung will demnächst 500 Flüchtlinge auch in einem dann ehemaligen Vier-Sterne-Hotel in Bielefeld unterbringen.