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Euro-Krise

Exportwirtschaft in Südwestfalen ist verunsichert

28.09.2012 | 17:58 Uhr
Exportwirtschaft in Südwestfalen ist verunsichert
Die südwestfälische Industrie zeigt sich verunsichert. Foto: Foto: Martin Möller

Hagen.   In der jüngsten Konjukturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zeigt sich, dass die Euro-Krise auch in der Region angekommen ist. Viele der südwestfälischen Unternehmer blicken skeptisch auf die Konjuktur-Aussichten. Vor allem die Exportindustrie zeigt sich verunsichert.

Die Euro-Schuldenkrise ist endgültig in den Köpfen der südwestfälischen Unternehmer angekommen. Die Verunsicherung vor allem der Exportwirtschaft zeigt deutliche Spuren, wie aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen unter 237 Unternehmen mit insgesamt 30.800 Beschäftigten hervorgeht. SIHK-Präsident Harald Rutenbeck sprach von „dunklen Wolken, die trotz gut laufender Geschäfte am südwestfälischen Konjunkturhimmel aufziehen.“

Grund ist weniger die aktuelle Lage als beginnender Zukunftspessimismus: Während im Januar noch 53 Prozent der befragten Betriebe in Hagen und im Märkischen Kreis ihre Lage als gut bezeichnet hatten, sank dieser Wert auf jetzt nur noch 28 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich seit Jahresbeginn der Anteil derjenigen, die in den nächsten zwölf Monaten schlechtere Geschäfte erwarten, auf 39 Prozent. Wegen der deutlich zurückgegangenen Erwartungen der Betriebe bröckelte der SIHK-Konjunkturklimaindex um 31 Punkte auf 90 Punkte ab.

Stimmung eingetrübt

Nach Rutenbecks Worten „trübt sich die Stimmung in der heimischen Wirtschaft deutlich ein“ - in fast allen Wirtschaftsbereichen sei nach zwei guten Jahren eine konjunkturelle Abkühlung spürbar. So gingen die Gewinn-Margen der Firmen zurück, der Wettbewerbsdruck steige, die Kapazitätsauslastung sinke seit Monaten. Zwar wollte der Kammer-Präsident nicht von einer bevorstehenden Rezession sprechen, sondern nur von einer „Konjunktur-Delle“. Aber die aufkommende Befürchtung, zur Haltung der Stammbelegschaft auf mittlere Sicht auf Kurzarbeit zurückgreifen zu müssen, sei nicht ganz unbegründet, fügte er hinzu. Der Umfrage zufolge planen nur noch 11 Prozent der Unternehmen, in den kommenden 12 Monaten zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen. Immerhin 24 Prozent beabsichtigen, Personal abzubauen, während 65 Prozent der befragten Unternehmen ihren Mitarbeiterstand halten wollen.

Dementsprechend wird in der südwestfälischen Wirtschaft der Fachkräftemangel (25 Prozent) auch nicht mehr, wie in früheren Konjunkturumfragen, als das beherrschende Risiko für die weitere geschäftliche Entwicklung angesehen. Die Betriebe sind vorsichtiger geworden. Auch steigende Arbeitskosten (23 Prozent) und die Wechselkurse (14) spielen eine kleinere Rolle. Weit größere Bedeutung wird dagegen einem möglicherweise sinkenden Inlands- (64 Prozent) und Auslandsgeschäft (56) beigemessen. Dazu kommen steigende Energie- und Rohstoffpreise (53) sowie, als Sammelbegriff für grassierende Unzufriedenheit mit Düsseldorf, Berlin oder Brüssel , „unzureichende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.“

Noch im Gleichgewicht

Zur Beschreibung der derzeitigen Lage wählte Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick ein weiteres Bild: eine Kinderwippe. Noch sei sie im Gleichgewicht, aber sie könne jederzeit zur einen oder zur anderen Seite kippen. Entweder es gebe Ende des Jahres wieder eine Entwicklung zum Positiven oder die Konjunkturdelle sei nachhaltig, ergänzte Harald Rutenbeck. Zumal die Unternehmen anfingen, sich „im Umfeld unsicherer Erwartungen“ mit notwendigen Erweiterungs-Investitionen zurückzuhalten. Der Umfrage zufolge beziehen sich ihre Planungen vorwiegend auf Ersatzbedarf (65 Prozent) und Rationalisierung (44)

Stefan Pohl



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