Erste bundesweite Kinder-Klimakonferenz im Sauerland

Botschafter für eine bessere Welt: In Medebach haben sich 150 Kinder aus ganz Deutschland ihre eigenen Gedanken gemacht, wie der Klimawandel aufzuhalten ist.
Botschafter für eine bessere Welt: In Medebach haben sich 150 Kinder aus ganz Deutschland ihre eigenen Gedanken gemacht, wie der Klimawandel aufzuhalten ist.
Foto: Center Parks Germany
Was wir bereits wissen
Der Klimawandel macht vor allem Kindern Angst, resignieren wollen sie aber nicht: In Medebach entwickeln sie eigene Ideen zur Rettung der Umwelt.

Medebach.. Fiete (11) hat sich draußen ein Nest gebaut. 1,10 Meter hoch und 2,10 Meter breit. Aus Ästen und Zweigen. Hier ist er glücklich, weil er spürt, dass Menschen und Tiere zusammen in der Natur leben können, sagt er.

Zumindest noch. Wie das vielleicht in einigen Jahre oder wenigen Jahrzehnten aussehen wird? Wenn er erst einmal so alt wie seine Eltern ist, „dann ist die Welt nicht mehr so grün. Dann ist nichts mehr bunt. Es wird nur noch Steppe geben und wenig Wasser“, fürchtet Fiete. Wenn das Eis in Arktis und Antarktis schmilzt, dann sterben auch viele Tiere aus, sagt Fiete. „Und die Tiere liegen mir besonders am Herzen.“

Reste-Rezepte

Der Klimawandel bereitet dem 11-Jährigen aus Medebach hörbar große Sorgen. Aber er lässt ihn nicht resignieren. Deshalb hat Fiete sich mit dem Foto von seinem Nest auch für die erste deutschlandweite Kinder-Klimakonferenz am Wochenende in Medebach beworben.

150 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland, vornehmlich aus Nordrhein-Westfalen und Hessen, sind ausgewählt worden, am Wochenende drei Tage lang in Medebach ihre Ideen für einen besseren Umgang mit der Umwelt zu entwickeln. „Wir Kinder können etwas bewirken“, ist Fiete ganz sicher. Und Vincent, ein Fünftklässler aus Winterberg, möchte sich eines Tages, wenn er einmal groß ist, nicht fragen müssen: „Warum habe ich früher nichts getan?“ Deshalb ist auch er dabei. Er liebt es, draußen herumzutoben oder Staudämme und Burgen aus Gehölz und Steinen zu bauen. Und er ärgert sich schrecklich über Jugendliche, die einfach ihre Sachen zu Boden fallen lassen, „nur weil sie keine Lust mehr haben, sie zu tragen“.

Verschwendung und der bewusste Umgang mit Ressourcen – das ist auch das Hauptthema dieser Klimakonferenz unter dem Titel „genug ist das richtige Maß“. Das Butterbrot, das vom Frühstück übrig geblieben ist, gehört nicht in den Müll. „Daraus kann man etwas Leckeres kochen“, hat Vincent auf der Konferenz gelernt. In Milch getaucht, dann angebraten, Zucker und Zimt darüber. „Das hat so gut geschmeckt wie Pfannkuchen“, schwärmt er.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad

Mehr zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren – das haben sich Fiete und Vincent gleichermaßen am Ende der Konferenz vorgenommen, um ihren Beitrag zu leisten, dass weniger Kohlendioxid ausgestoßen wird. „Viele lassen sich mit dem Auto in die Schule fahren, obwohl der Weg nur einen Kilometer lang ist“, ärgert sich Fiete.

Während die Erwachsenen in der Politik kaum über Absichtserklärungen herauskommen, wie der CO2-Ausstoß zu verringern ist, wollen die Kinder handeln. Bäume haben sie in Medebach gepfalnzt. „Wenn jeder einzelne das tut, was wir hier gelernt haben, dann haben wir in einigen Jahren eine bessere Welt“, hofft Vincent. Sein Leitspruch für die Zukunft: „Schmeißt nichts ins Meer oder in den Wald.“

Solche Sätze sollen nicht ungehört verklingen: Die Ideen für ein besseres Klima werden in einem Kinder-Klimabuch aufgeschrieben. Für die jungen Klima-Botschafter wollen die Organisatoren der Konferenz, WWF und Center Parcs Deutschland, Termine mit Bürgermeistern und Lokalpolitikern ausmachen – damit die Erwachsenen auch etwas tun.